Eine aktuelle Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen zeigt, dass Grippeinfektionen das Risiko für Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöhen können. Die Forschungsarbeit, die in Zusammenarbeit mit Experten aus den Niederlanden und Schweden durchgeführt wurde, verdeutlicht, wie eine akute Influenza die Schwere von Hirnschäden und neurologischen Ausfällen bei einem Schlaganfall verschlimmern kann.
Die Untersuchungen basieren auf Beobachtungen während der COVID-19-Pandemie, bei der ein Anstieg von Schlaganfällen bei SARS-CoV-2-Infizierten festgestellt wurde. Ähnliche Muster zeigten sich bei schweren Influenza-A-Virusinfektionen. Um diesen Zusammenhang zu untersuchen, wurden im Tiermodell Infektionen mit einem humanen Influenza-Virus durchgeführt, gefolgt von der Auslösung eines Schlaganfalls zu verschiedenen Zeitpunkten. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Grippeinfektion die Blutgerinnung verändert und die Bildung von Blutgerinnseln fördert, die zu Gefäßverschlüssen und damit zu Schlaganfällen führen können.
Besonders vulnerable Patientengruppen könnten von präventiven Maßnahmen profitieren. Eine frühzeitige Impfung gegen Influenza wird als wichtiger Schutz empfohlen. Bei einer Infektion sollten Betroffene auf neurologische Warnsignale wie Taubheit oder Lähmungen achten und bei Verdacht auf einen Schlaganfall schnell handeln. In der Behandlung können Medikamente wie Acetylsalicylsäure oder antivirale Therapien helfen, die Schäden am Gehirn zu reduzieren.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen Prävention und schnellen Reaktion bei Grippeinfektionen, um das Risiko schwerwiegender Folgen wie Schlaganfälle zu minimieren. Weitere Informationen sind über das Universitätsklinikum Essen erhältlich.
