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Greifswalder Professor für Biokatalyse als Ehrendoktor der KTH Stockholm ausgezeichnet

Am 11. April 2025 wurde Prof. Dr. Uwe Bornscheuer von der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Auszeichnung ehrt seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Biokatalyse, einem Forschungsfeld, das Chemie und Biotechnologie vereint, um nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln. Bornscheuer, Professor für Biotechnologie und Enzymkatalyse an der Universität Greifswald, hat maßgeblich zur Förderung eines umweltfreundlicheren industriellen Wandels beigetragen.

Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet Bornscheuer eng mit der KTH zusammen. Gemeinsame Publikationen, die Ausbildung von Studierenden und ein intensiver wissenschaftlicher Austausch prägen diese Kooperation. Seine Forschung konzentriert sich auf das Enzym-Engineering, insbesondere für den Abbau von Kunststoffen, die organische Synthese und die Modifikation von Fetten und Ölen. Durch den Einsatz von maschinellem Lernen optimiert er Proteindesigns, um nachhaltige chemische Reaktionen zu ermöglichen. Ein herausragender Erfolg seiner Arbeit ist die Entdeckung von Enzymen, die erstmals das Recycling von Polyurethan ermöglichen könnten – ein wichtiger Schritt zur Bewältigung des globalen Plastikmüllproblems.

Bornscheuer begann seine wissenschaftliche Laufbahn in den 1990er Jahren mit Studien zur Nutzung von Enzymen in der organischen Synthese. Nach Forschungsaufenthalten in Japan und seiner Habilitation in Stuttgart vertiefte er seine Expertise in Mikrobiologie, Molekularbiologie und Computermodellierung. Seit 1999 lehrt und forscht er an der Universität Greifswald. Sein akademischer Einfluss zeigt sich in über 700 wissenschaftlichen Publikationen, einem H-Index von 100 und mehr als 50 Patenten.

Die Bedeutung seiner Forschung liegt auch in der Entwicklung energieeffizienter Recyclingmethoden. Während mechanisches Recycling Kunststoffe lediglich zerkleinert, zerlegen enzymatische Verfahren Polymere in ihre Grundbausteine, sogenannte Monomere. Solche Prozesse sind umweltfreundlicher als chemische Methoden. Die Herausforderung besteht darin, natürliche Enzyme, die ursprünglich andere Funktionen hatten, so zu modifizieren, dass sie moderne Kunststoffe effizient abbauen können.

Neben seinen wissenschaftlichen Erfolgen betont Bornscheuer die Bedeutung der Nachwuchsförderung. Zahlreiche Doktorandinnen und Doktoranden sowie Studierende und Postdocs haben unter seiner Betreuung herausragende Arbeiten verfasst. Die Universität Greifswald würdigte ihn als Pionier der Biokatalyse, dessen Arbeit die Wissenschaft nachhaltig prägt.

Die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die KTH unterstreicht Bornscheuers Rolle als führender Forscher und seine Verdienste um die internationale Zusammenarbeit. Sie ist ein Zeichen für die wachsende Bedeutung der Biokatalyse in der Lösung globaler Umweltprobleme.