Barcelona. Eine einheitliche, abgestimmte Strategie zur Bewertung von Forschung in Europa ist entscheidend, um das wissenschaftliche Ökosystem nachhaltig zu verbessern. Das zeigt eine vergleichende Studie unter Leitung der Universitat Oberta de Catalunya (UOC), an der auch Forscher der Universität Barcelona, des CSIC und der Universität Navarra beteiligt waren. Die Ergebnisse erschienen am 9. Februar 2026 open access in der Zeitschrift Ibersid.
Europa hat sich vor 20 Jahren als Vorreiter für Open Science positioniert – freier Zugang zu Publikationen, Daten und Methoden. Doch die Umsetzung von Reformen verläuft uneinheitlich: Während Länder wie Großbritannien, Finnland, die Niederlande und Norwegen bereits weit fortgeschritten sind, halten andere an traditionellen, quantitativen Bewertungsmodellen (z. B. Impact-Faktor, Zitationszahlen) fest.
Die Studie analysiert die Ansätze in diesen vier Pionierländern sowie in Spanien, das kürzlich gesetzliche Schritte unternommen hat. Sie beleuchtet Themen wie Open Access, Citizen Science und gesellschaftlicher Impact der Forschung. Norwegen sticht mit der Norwegian Career Assessment Matrix (NOR-CAM) hervor – einem flexiblen, ganzheitlichen Rahmen mit konkreten Beispielen und Leitlinien.
„Jedes Land hat kontextspezifische, wirksame Maßnahmen umgesetzt“, erklärt Candela Ollé (UOC, GAME-Forschungsgruppe). „Doch für ein besseres wissenschaftliches Ökosystem braucht es eine koordinierte europäische Strategie.“ Eine solche Harmonisierung würde Forscher-Mobilität erleichtern und ein inklusiveres, kooperatives System schaffen.
Die traditionelle Bewertung basiert auf Journal-Impact-Faktoren und Zitationen. Reformen (DORA, Leiden Manifesto, CoARA) setzen stattdessen auf qualitative Kriterien und umfassendere Indikatoren. Die UOC gilt als Pionier: Sie führte 2010 eine Open-Access-Politik ein, unterzeichnete 2019 DORA und trat 2022 CoARA bei.
„2026 wird entscheidend für den Fortschritt bei Open Science in Europa“, betont Ollé. Viele alte Praktiken bestehen fort – eine koordinierte Neuausrichtung der Karrierebewertung sei jetzt nötig.
Die Studie entstand im Projekt „Open Science in Spain“ (PID2021-125828OB-I00) und unterstützt die UN-Nachhaltigkeitsziele 4 (Bildung), 5 (Geschlechtergleichstellung) und 10 (Weniger Ungleichheiten). Daten und Ergebnisse sind open access in CORA gespeichert.
Verifizierte Quelle:
- https://www.uoc.edu/en/news/2026/open-science-evaluation-europe-common-framework-uoc (Pressemitteilung Universitat Oberta de Catalunya, 9. Februar 2026)
- Fachartikel: Ibersid (open access, DOI nicht in der Meldung genannt, aber über UOC-Link erreichbar)
