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Gastrische Reaktanz als Marker für perioperative Komplikationen bei Herzoperationen

Forscher des Nationalen Instituts für Kardiologie in Mexico City haben in einer prospektiven Beobachtungsstudie gezeigt, dass die gastrische Reaktanz einen Marker für schwere perioperative Komplikationen bei hochrisikopatienten darstellt, die sich einer Herzoperation mit Herz-Lungen-Maschine unterziehen. Die Studie, veröffentlicht in Frontiers in Medical Technology, untersuchte den Zusammenhang zwischen diesem bioelektrischen Parameter und hämodynamischen Variablen bei 37 Patienten.

Die gastrische Reaktanz wird durch Bioimpedanzspektroskopie gemessen, die die elektrische Widerstände und Kapazitäten des Magengewebes erfasst und Veränderungen in der Perfusion der Magenschleimhaut anzeigt. Die Studie zielte darauf ab, diesen Parameter als Indikator für Hypoperfusion zu bewerten, die zu Komplikationen wie kardiogenem Schock, starker Blutung oder Vasoplegie führen kann. Die Patienten waren Erwachsene mit hohem Risikoprofil, definiert durch Scores wie STS oder EuroSCORE II über sechs Prozent oder eingeschränkter Herzfunktion. Ausschlusskriterien umfassten gastrointestinale Blutungen oder Kontraindikationen für eine Magensonde.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt: 23 entwickelten schwere perioperative Komplikationen, 14 nicht. Ein binäres Kompositendpunkt fasste Komplikationen wie kardiogenen Schock mit Herzindex unter 2,2 Litern pro Minute pro Quadratmeter und Lungenarterienkeildruck über 15 Millimeter Quecksilbersäule, Blutung über 800 Milliliter, Vasoplegie oder Tod zusammen. Die Stichprobengröße basierte auf erwarteten Inzidenzen und betrug 37 Patienten, um ausreichende Ereignisse pro Variable zu gewährleisten.

Messungen erfolgten präoperativ, intraoperativ vor, während und nach der Herz-Lungen-Maschine sowie postoperativ in der Intensivstation über 72 Stunden und nach 30 Tagen. Die gastrische Reaktanz wurde kontinuierlich mit einem System aus Sonde und Monitor erfasst, das Echtzeitwerte lieferte. Hämodynamische Parameter wie mittlerer arterieller Druck, Herzindex und gemischte venöse Sauerstoffsättigung wurden über Pulmonalarterienkatheter ermittelt. Laborwerte wie Laktat und Risikoscores wie APACHE II und SOFA wurden ebenfalls erfasst.

Demografische und intraoperative Variablen unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Die Komplikationsgruppe zeigte jedoch höhere postoperative Schweregrade mit APACHE-II-Scores von 21,5 gegenüber 18,5 und SOFA-Scores von 12,5 gegenüber 12. Postoperative Blutungen waren mit einem Liter gegenüber 0,4 Litern signifikant höher. Die minimalen Werte der gastrischen Reaktanz waren in der Komplikationsgruppe durchgängig erhöht, mit einem signifikanten Unterschied von 6,14 imaginären Ohm postoperativ nach der Herz-Lungen-Maschine.

Kendalls Tau-b-Analyse ergab keine starken Korrelationen zwischen der gastrischen Reaktanz und makrozirkulatorischen Parametern. ROC-Kurven zeigten eine prädiktive Leistung mit Flächen unter der Kurve von 0,65 bis 0,75 für die Reaktanz, höher als für Laktat oder Druckwerte. Sensitivität und Spezifität lagen bei 70 bis 80 Prozent, mit positiven und negativen prädiktiven Werten über 75 Prozent. Bootstrapping mit 2000 Replikaten bestätigte die Robustheit.

Die Studie wurde ethisch genehmigt und folgte internationalen Standards. Sie umfasste 37 Patienten aus 5831 Operationen am Institut, mit einer Mortalitätsrate von 5,81 Prozent. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die gastrische Reaktanz Hypoperfusion der Magenschleimhaut früh erkennt, unabhängig von globalen hämodynamischen Indikatoren. Dies könnte die Überwachung in der Intensivmedizin verbessern und Komplikationen vorbeugen.

Die Methode ist sicher und machbar für kontinuierliche Messungen. Die Forscher empfehlen weitere Studien zur Validierung in größeren Kohorten. Die Finanzierung kam vom Nationalen Rat für Wissenschaft und Technologie.