Der Neurowissenschaftler Pavlos Topalidis vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften (CCNS) der Universität Salzburg erklärt in einem neuen Wissenschaftskommunikationsprojekt komplexe Prozesse im Gehirn für ein breites Publikum. Das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Projekt „From Brain to Mind“ basiert auf Ergebnissen eines langjährigen Doktoratsprogramms und soll Neugier auf kognitive Neurowissenschaften wecken.
Im Fokus stehen Fragen wie: Was passiert im Gehirn beim Denken, Fühlen, Erinnern oder Schlafen? Topalidis, spezialisiert auf Schlafforschung, forscht im Schlaflabor des CCNS und an der Christian-Doppler-Klinik zu Schlafqualität, deren Messung und Zusammenhängen mit Erkrankungen wie Epilepsie. Er möchte Laien die Forschung näherbringen, junge Menschen für Wissenschaft begeistern und zeigen, wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse entstehen.
Das Projekt umfasst einen etwa 30-minütigen Dokumentationsfilm, der im April 2026 startet und ohne Vorkenntnisse verständlich ist. Er richtet sich an alle Altersgruppen, einschließlich Schulen. Seit Dezember 2025 erscheint wöchentlich der englischsprachige Podcast „Brain to Mind“, in dem Professoren und Doktoranden persönliche Geschichten mit Forschung verbinden – etwa zu Schlafstörungen, Work-Life-Balance, Essverhalten oder Motivation.
Ursprünglich geplante kurze Videoerklärungen zu Fachpublikationen wurden nicht umgesetzt, da es schwierig war, Forschende dafür zu gewinnen. Stattdessen setzt das Team auf Storytelling, um Wissenschaft greifbar und menschlich zu machen.
Topalidis zieht aus der Umsetzung Lehren für Wissenschaftskommunikation: Projekte brauchen feste Ansprechpersonen aus der Kommunikation für Zielgruppendefinition, Formatauswahl und Öffentlichkeitsarbeit. Universitäten sollten kontinuierliche Mittel für Infrastruktur wie Studios bereitstellen und klare Leitlinien für Datenschutz, Filmaufnahmen und Anträge haben.
Das Projekt läuft bis Juli 2026 und wird vom FWF-Programm „Wissenschaftskommunikation“ finanziert. Es zeigt den gesellschaftlichen Nutzen von Forschung und soll Interesse an MINT-Fächern fördern. Topalidis ist zudem bei dem Spin-off sleep² der Universität Salzburg engagiert, das tragbare Technologien für Heim-Schlafanalysen entwickelt.
