Zum Inhalt springen
Home » Feline Infektiöse Peritonitis (FIP): Eine tödliche Katzenkrankheit

Feline Infektiöse Peritonitis (FIP): Eine tödliche Katzenkrankheit

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine schwerwiegende, oft tödlich verlaufende Viruserkrankung bei Katzen, verursacht durch bestimmte Stämme des Felinen Coronavirus (FCoV). FCoV ist weit verbreitet und führt meist zu milden, gastrointestinalen Symptomen oder verläuft asymptomatisch. In etwa 5–10 % der Fälle mutiert das Virus jedoch zu einem pathogenen Stamm, der FIP auslöst. Die Erkrankung tritt vor allem bei jungen Katzen oder Tieren mit geschwächtem Immunsystem auf.

FIP bedroht jede Katze. Symbolbild. Credits: Pexels

FIP manifestiert sich in zwei Hauptformen: der effusiven („nassen“) und der nicht-effusiven („trockenen“) Variante. Die effusive Form ist durch Flüssigkeitsansammlungen in Brust- oder Bauchhöhle gekennzeichnet, was zu Atemnot oder Bauchumfangserhöhung führt. Die nicht-effusive Form zeigt granulomatöse Veränderungen in Organen wie Leber, Nieren oder Gehirn, mit Symptomen wie Fieber, Lethargie, Gewichtsverlust und neurologischen Auffälligkeiten. Die Diagnose ist komplex und basiert auf Anamnese, klinischen Befunden, Laborwerten (z. B. Hyperglobulinämie, Lymphopenie) und bildgebenden Verfahren oder Biopsien. Ein definitiver Nachweis gelingt oft erst post mortem.

Die Pathogenese von FIP ist immunvermittelt: Eine überschießende Immunantwort führt zu systemischen Entzündungen und Gewebeschäden. Bis vor wenigen Jahren galt FIP als unheilbar, mit einer Überlebenszeit von Wochen bis Monaten nach Diagnose. Neue antivirale Therapien, insbesondere GS-441524 und Remdesivir, zeigen jedoch vielversprechende Ergebnisse. Studien berichten von Remissionsraten von über 80 % bei frühzeitiger Behandlung, allerdings sind diese Medikamente in vielen Ländern nicht zugelassen oder kostenintensiv.

Prävention ist schwierig, da FCoV in Katzenpopulationen, insbesondere in Mehrkatzenhaushalten oder Tierheimen, nahezu ubiquitätär ist. Hygiene, Stressreduktion und Vermeidung von Überbesatz können das Risiko einer Virusübertragung senken. Eine Impfung ist derzeit nicht verfügbar.

FIP bleibt eine diagnostische und therapeutische Herausforderung. Fortschritte in der antiviralen Therapie geben Hoffnung, doch benötigen Tierärzte und Katzenhalter weiterhin ein hohes Maß an Vigilanz, um diese tückische Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Schlagwörter: