Was ist CWD?
CWD (Chronische Auszehrungskrankheit) ist eine tödlich verlaufende Prionenerkrankung, die vor allem Hirsche, Rehe, Elche und Rentiere betrifft[1][2]. Sie ähnelt BSE und Scrapie, verläuft jedoch für Menschen nach aktuellem Forschungsstand nicht infektiös[3][2].
Welche Wildarten sind in Deutschland empfänglich?
Rot-, Reh- und Sikawild sowie Elche sind für CWD empfänglich, Damwild hingegen nicht[1][4]. Die genetische Empfänglichkeit wird derzeit in deutschen Forschungsprojekten untersucht[4].
Woran kann ich CWD-infizierte Tiere erkennen?
Betroffene Tiere zeigen Apathie, starke Abmagerung, Gleichgewichtsstörungen, vermehrten Speichelfluss und Verhaltensänderungen[2][1]. Die Symptome treten meist erst spät auf, daher ist besondere Aufmerksamkeit beim Auffinden von Fallwild geboten[3].
Was ist bei Jagdreisen in Risikogebiete zu beachten?
Nach Jagdreisen, besonders nach Skandinavien oder Nordamerika, sollten Kleidung und Ausrüstung gründlich gereinigt oder vor Ort entsorgt werden, um keine Prionen nach Deutschland zu verschleppen[1][3][2]. Es sollte möglichst auf natürliche Urinlockstoffe verzichtet werden oder nur zertifiziert CWD-freie Produkte verwendet werden[1].
Welche Hygienemaßnahmen sind bei der Wildbretverwertung wichtig?
Kontakt mit Gehirn- und Rückenmarksgewebe sowie mit Lymphknoten ist möglichst zu vermeiden[1][3]. Nach dem Erlegen sollte Wildbret sorgfältig zerwirkt und alle Geräte anschließend desinfiziert werden. Handelsübliche Desinfektionsmittel sind bei Prionenerkrankungen jedoch nicht wirksam[2][1].
Soll ich verdächtige Tiere melden?
Ja, alle verdächtigen Tiere (besonders Fallwild und verhaltensauffälliges Wild) sind umgehend der zuständigen Veterinärbehörde zu melden[1][2]. Die Behörden führen dann die notwendigen Probenentnahmen und Untersuchungen durch[4].
Wie kann ich die Forschung unterstützen?
Jäger werden gebeten, Gewebeproben von Rot-, Reh- und Sikawild zu Forschungszwecken bereitzustellen und an den laufenden Überwachungsprogrammen mitzuwirken[4][2].
Wie kann die Ausbreitung verhindert werden?
Wichtig sind die Reduktion der Populationsdichte, die Vermeidung von Futter- und Leckstellen, und die Minimierung von Kontakten zwischen Individuen[1][3]. Dies senkt das Risiko einer Ausbreitung und Kontamination der Umwelt mit Prionen[2].
Fazit
Für deutsche Jäger bedeutet CWD erhöhte Aufmerksamkeit, Sorgfalt bei der Verwertung und Beteiligung an Präventions- und Forschungsmaßnahmen zum Schutz von Wildbeständen und Verbrauchern[1][2][4][3].
Quellen:
[1] FAQ: Chronic Wasting Disease (CWD) bei Hirscharten https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00044162/FLI-FAQ-CWD_2021-01-18-bf.pdf
[2] Jagdverband unterstützt Studie zur Chronischen … https://www.jagdverband.de/jagdverband-unterstuetzt-studie-zur-chronischen-auszehrungskrankheit
[3] DJV gibt Tipps zum Umgang mit CWD (Chronische … https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/news-fuer-jaeger/djv-gibt-tipps-zum-umgang-mit-cwd-chronische-auszehrkrankheit/
[4] Jagdverband unterstützt Studie zur Chronischen … https://ljv-sachsen-anhalt.de/?p=11424
[5] CWD https://www.jagdverband.de/tags/cwd
[6] Hirsch-Zombie-Krankheit oder Chronic Wasting Disease … https://www.jagdschule-edelweiss.de/2019/02/18/hirsch-zombie-krankheit/
[7] FLI Leitfaden Proben CWD https://ljv-sachsen-anhalt.de/?wpdmpro=fli-leitfaden-proben-cwd
[8] CWD hochansteckend für alle Hirschartigen https://www.natuerlich-jagd.de/im-original/cwd-hochansteckend-fuer-alle-hirschartigen/
[9] Auszehrkrankheit – Chronic Wasting Disease – Landesjagdverband https://www.landesjagdverband.de/aktuelles/detail/auszehrkrankheit-chronic-wasting-disease
[10] JAGDcast #147: CWD, die Zombie Deer Disease https://open.spotify.com/episode/31gKfobQu4YFgpV1XNL8BI
