Google beherrscht weiterhin den Suchmaschinenmarkt in Europa mit einem Anteil von über 90 Prozent. Dennoch wächst die Nachfrage nach unabhängigen, europäischen Alternativen rasant. Gründe sind strenge Datenschutzvorgaben wie die DSGVO, Bedenken gegenüber US-Überwachung und der Wunsch nach ethischen sowie nachhaltigen Modellen. Besonders die Kooperation zwischen Ecosia und Qwant hat 2025 einen Meilenstein gesetzt: Der gemeinsame europäische Suchindex „Staan“ macht viele Anbieter unabhängiger von Google und Bing.
Dieser Bericht stellt die wichtigsten europäischen Alternativen vor – alle mit Sitz oder Servern in Europa – und zeigt, warum sie für viele Nutzer die bessere Wahl darstellen.
Die wichtigsten europäischen Alternativen im Überblick
- Qwant (Frankreich)
Qwant aus Paris ist seit Jahren eine der bekanntesten privacy-fokussierten Suchmaschinen Europas. Sie speichert keine persönlichen Daten, erstellt keine Nutzerprofile und zeigt für alle dieselben Ergebnisse – ohne Personalisierung oder Tracking. Die Server stehen in Europa und unterliegen der DSGVO.
Qwant kombiniert einen eigenen Index mit anderen Quellen und bietet eine übersichtliche Darstellung mit separaten Spalten für Web, News, Bilder und Soziales. Besonders praktisch: Es gibt eine spezielle Kinderversion.
Seit 2025 nutzt Qwant zunehmend den neuen gemeinsamen Index „Staan“ (inzwischen bis zu 50 % der Ergebnisse in Frankreich), was die Unabhängigkeit weiter stärkt. - Ecosia (Deutschland)
Die Berliner Suchmaschine verbindet effektive Suche mit Klimaschutz: Alle Gewinne fließen in weltweite Aufforstungsprojekte. Bis Anfang 2026 wurden bereits Hunderte Millionen Bäume gepflanzt.
Ecosia legt großen Wert auf Transparenz (monatliche Finanzberichte) und Nachhaltigkeit – die Server laufen zu 100 % mit erneuerbarer Energie. Datenschutz wird ernst genommen: Kein Verkauf von Nutzerdaten, minimale Datensammlung.
Die Ergebnisse kommen teils aus Bing, teils aus dem neuen europäischen Index „Staan“ (aktuell etwa ein Drittel in Deutschland, mit steigender Tendenz). Ecosia ist besonders bei umweltbewussten Nutzern beliebt und wächst kontinuierlich. - Mojeek (Vereinigtes Königreich)
Mojeek aus Brighton ist eine der wenigen Suchmaschinen mit komplett eigenem, unabhängigem Index – ohne Abhängigkeit von Google oder Bing.
Der Fokus liegt auf maximaler Privatsphäre: Kein Tracking, keine Profile, keine personalisierten Werbeanzeigen. Die Ergebnisse sind manchmal unkonventionell sortiert, aber oft sehr treffend und unzensiert.
Mojeek bietet spannende Zusatzfunktionen wie eine Emotionssuche (z. B. nach „fröhlichen“ oder „traurigen“ Seiten). Es gilt als echte europäische Unabhängigkeitsbastion. - Swisscows (Schweiz)
Swisscows aus der Schweiz steht für höchste Anonymität und Familienfreundlichkeit. Suchanfragen werden nicht gespeichert, IP-Adressen nicht protokolliert – alles läuft nach strengen schweizerischen Datenschutzstandards.
Explizite Inhalte werden automatisch gefiltert, was Swisscows zur idealen Wahl für Familien macht. Die Ergebnisse basieren auf Bing (anonymisiert), doch der Dienst verdient durch kontextuelle Werbung und Zusatzdienste wie VPN.
Die Server stehen in einem besonders sicheren Rechenzentrum – quasi „Swiss Fort Knox“ für Ihre Suchdaten. - MetaGer (Deutschland)
MetaGer aus Hannover ist eine Non-Profit-Metasuchmaschine der SUMA-EV. Sie kombiniert Ergebnisse aus verschiedenen Quellen, um Zensur zu vermeiden und maximale Vielfalt zu bieten.
Der Dienst ist open source, betreibt Server mit 100 % Ökostrom und bietet einen anonymisierenden Proxy für sicheres Surfen. Nutzer können per Spende oder Mitgliedschaft werbefrei suchen.
MetaGer verkörpert europäische Werte wie Transparenz, Nachhaltigkeit und freien Wissenszugang.
Der große Schritt 2025/2026: Der europäische Suchindex „Staan“
Das wichtigste Ereignis der letzten Monate ist die Einführung von „Staan“ (Search Trusted API Access Network) durch das Joint Venture European Search Perspective (EUSP) von Ecosia und Qwant.
Dieser eigene europäische Index reduziert die Abhängigkeit von US-Konzernen dramatisch, senkt Kosten für KI-Entwickler und stärkt Datenschutz „by design“.
Bereits jetzt liefern Qwant und Ecosia große Teile ihrer Ergebnisse über Staan – ein wichtiger Schritt zu mehr digitaler Souveränität. In Zukunft sollen auch andere europäische Anbieter den Index nutzen können.
Fazit: Warum jetzt wechseln?
Europäische Alternativen bieten nicht nur vergleichbare Funktionalität, sondern verkörpern Werte, die Google fehlen:
- Maximaler Datenschutz ohne Tracking
- Nachhaltigkeit und ethisches Wirtschaften
- Digitale Unabhängigkeit von US-Tech-Giganten
Ob Sie in Goslar oder anderswo in Europa leben – ein Wechsel zu Qwant, Ecosia, Mojeek, Swisscows oder MetaGer ist einfach und lohnenswert. Probieren Sie mehrere aus: Viele lassen sich als Standard-Suchmaschine im Browser einrichten.
In Zeiten wachsender Regulierung und Privacy-Bewusstsein ist die Zeit reif für eine echte europäische Alternative. Der Weg ist geebnet – jetzt liegt es an uns Nutzern.
