Eine unabhängige Studie von New Angle, vorgestellt von Viatris und Medicines for Europe zur Welt-Antibiotikawoche, zeigt dramatische Verwerfungen am europäischen Markt für patentfreie Antibiotika: Zwischen 2020 und 2024 sanken die Durchschnittspreise der zehn meistverordneten Off-Patent-Antibiotika um 10,4 Prozent, während die Produktionskosten massiv stiegen.
Wichtige Ergebnisse:
- Industrieproduktionskosten +31,6 Prozent
- Arbeitskosten +25,7 Prozent
- Energiepreise: Gas +88 Prozent, Strom +62 Prozent
- Amoxicillin-Preise fielen um 18,9 Prozent – trotz starker Lieferengpässe
- In 16 europäischen Ländern wurden 385 Antibiotika-Mangelmeldungen registriert und 240 Präparate komplett vom Markt genommen (Stand: Juni/Juli 2025)
Die Studie „Securing access, improving lives“ warnt, dass aktuelle Preispolitik und Vergaberegeln die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Herstellung gefährden und die Versorgungssicherheit untergraben – ein direkter Beitrag zur Verschärfung der Antibiotikaresistenz (AMR).
Viatris und Medicines for Europe fordern dringende Reformen:
- Preisanpassung an Inflation und Produktionskosten
- Einführung von Mindestpreisen
- Dynamische Referenzpreise je nach Anbieterzahl
- EU-weite Mehrgewinner-Ausschreibungen mit nicht-preislichen Kriterien wie Lieferzuverlässigkeit
„Off-Patent-Antibiotika sind das Rückgrat der Infektionsbehandlung. Wenn Preise weiter fallen, während Kosten explodieren, riskieren wir, dass Patienten in Europa den Zugang zu diesen lebenswichtigen Medikamenten verlieren“, erklärte Margarida Bajanca, leitende Forscherin von New Angle. Adrian van den Hoven, Generaldirektor von Medicines for Europe, bezeichnete die Ergebnisse als „Weckruf“ und forderte mutige politische Maßnahmen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
