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EU-Richtlinie fordert Unternehmen auf, globale Lohnstandards einzuführen

Ein neuer Bericht von The Conference Board, der auf einer Umfrage unter 78 der größten europäischen Arbeitgeber basiert, stellt fest, dass die neue EU-Richtlinie zur Lohntransparenz die Unternehmen dazu drängt, eine globale Lohnpolitik einzuführen. 55 % der befragten Führungskräfte aus dem Personalwesen gaben an, dass sie einen einheitlichen Ansatz für die Entlohnung in ihren internationalen Betrieben haben oder planen. Der Bericht unterstreicht jedoch auch die Notwendigkeit, die Umsetzung der Richtlinie zu beschleunigen: 41 % der Befragten – deren Unternehmen weltweit etwa drei Millionen Menschen beschäftigen – haben noch nicht mit den Vorbereitungen begonnen.

Gemäß der Richtlinie, die ab Juni 2026 in Kraft tritt, müssen Unternehmen, die mehr als hundert Arbeitnehmer in der EU beschäftigen, Informationen über das Lohnniveau für Arbeitnehmer und Bewerber offenlegen und jährlich über ihr geschlechtsspezifisches Lohngefälle berichten. Liegt der Abstand über fünf Prozent, müssen sie Abhilfemaßnahmen ergreifen oder mit Zwangsgeldern rechnen.

Der Bericht Countdown to the EU’s New Law on Pay Transparency konstatiert, dass auf Arbeitgeberseite große Bedenken hinsichtlich der neuen Anforderungen bestehen. Viele sind besorgt darüber, wie sich die Verordnung auf die Lohnkosten, die Wettbewerbsfähigkeit und die Fähigkeit der Manager, ihre besten Mitarbeiter zu belohnen, auswirken wird.

Vorgestellt wurde der Bericht beim Event Future: Reward Europe von The Conference Board in Brüssel. In einer separaten Live-Umfrage, die bei einer Gesprächsrunde der für die Mitarbeiterbezüge zuständigen Führungskräfte durchgeführt wurde, gaben 44 % der Teilnehmer an, „besorgt oder sehr besorgt“ über die Auswirkungen auf die Lohnkosten zu sein, während nur 3 % „überhaupt nicht besorgt“ waren. Von den 75 Teilnehmern an der Live-Umfrage erklärten 43 %, dass die Richtlinie ihre Lohnkosten in Europa um 2,6 bis 5 % erhöhen könnte.


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