Auf dem ESMO-Kongress 2024 wird am.Montag, den 16. September, eine Pressekonferenz abgehalten, um das dritte Präsidentensymposium „Eyes to the Future“ vorzustellen und zu diskutieren. Dabei werden herausragende Ansätze vorgestellt, die das Potenzial haben, in (naher) Zukunft zu immer wirksameren und einflussreicheren Bestandteilen der Krebsbehandlung zu werden.
Organagnostische Therapie
Das wachsende Wissen über Krankheitsmechanismen und -wege bei Krebs leitet die Entwicklung neuer Medikamente, die auf bestimmte Proteine und molekulare Mechanismen der Krebsentwicklung abzielen. Solche Proteine und Mechanismen werden manchmal von mehreren Krebsarten gemeinsam genutzt, was zu der Annahme führt, dass in manchen Fällen die molekulare Veränderung und nicht das Ursprungsorgan der entscheidende Faktor für die Klassifizierung von Krebs ist. Diese neue Art der Krebsklassifizierung könnte die Medikamentenentwicklung dramatisch beschleunigen, da diagnostische Tests zur Bewertung molekularer Veränderungen als entscheidender Faktor für die Krebsart erforderlich sind. Eyes to the Future wird das Potenzial dieses neuen „organagnostischen“, molekular orientierten Felds der Onkologie erkunden.
Epigenetik
Die Epigenetik – die Auswirkung der Umwelt auf die Genexpression – beeinflusst die Krebsarten, die aufgrund des Lebensstils, der Veranlagung, der Komorbiditäten und vieler anderer Faktoren von Krebspatienten entstehen können. Durch die Beobachtung der epigenetischen Entstehung von Krebs wird es möglich, eine bisher nicht erkannte Klasse von Krebsarten zu charakterisieren und zu behandeln. In der Sitzung „Eyes to the Future“ wird eine klinische Studie analysiert, die vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung epigenetischer Krebsarten gezeigt hat.
Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (ML-AI)
Die Leistungsfähigkeit von ML-AI findet in zahlreichen Sektoren und Branchen Anwendung, unter anderem in der Arzneimittelforschung und -entwicklung sowie in der Krebsdiagnostik. Die Fähigkeit, Milliarden von Datenpunkten zu korrelieren und aussagekräftige Erkenntnisse zu extrapolieren, ist das Herzstück neuer ML-AI-Modelle, die Krebsmutationen im Zeitverlauf vorhersagen sollen. In der Sitzung „Eyes to the Future“ werden die Auswirkungen von ML-AI auf eine umfassende Charakterisierung des Tumormikroumfelds zur Entwicklung personalisierter Krebstherapien untersucht und diskutiert.
Organerhaltung
Bestimmte Klassen von Krebstherapien sind aufgrund ihrer Basis zytotoxisch. Während das Abtöten von Tumorzellen das primäre Ziel ist, führt eine unvermeidliche Toxizität außerhalb des Ziels zu peripheren Schäden an gesundem Gewebe. In der Sitzung „Eyes to the Future“ werden Strategien für systemische Therapien diskutiert, die zusammen mit anderen Krebstherapien verabreicht werden können, um die Organintegrität zu erhalten, sowie die daraus resultierenden Auswirkungen für Krebspatienten.
Überwindung der Resistenz gegen Krebstherapie
Während viele Patienten gut auf die Krebstherapie ansprechen, können die Tumore in manchen Fällen im Laufe der Zeit eine Resistenz gegen die Therapie entwickeln – und bei bestimmten Krebsarten gibt es möglicherweise keine weitere Behandlungsmöglichkeit. Daher ist die Überwindung oder sogar Verhinderung der Entwicklung einer Tumorresistenz eine wirksame Methode zur langfristigen Behandlung von Patienten. Die Diskussion auf der Sitzung „Eyes to the Future“ wird erste Ergebnisse einer adaptiven klinischen Studie präsentieren, die mehrere Optionen zur Überwindung der Resistenz untersucht.
Montag, 16. September
Pressekonferenz: 12:30-13:15 MESZ – ESMO-Pressekonferenzraum, CC3 und virtuell
Präsidentensymposium III, Blick in die Zukunft: 16:30-18:15 MESZ – Barcelona Auditorium – Saal 2
