Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigen in einer internationalen Eye-Tracking-Studie, dass erklärbare Künstliche Intelligenz (XAI) die Diagnosegenauigkeit von Hautärzten steigert und deren kognitive Belastung bei komplexen Fällen verringert. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Nature Communications, könnten die dermatologische Praxis nachhaltig verbessern.
In der Studie beurteilten 76 Hautärzte 16 dermatoskopische Bilder von Melanomen und gutartigen Muttermalen, zunächst mit Standard-KI, dann mit XAI, die KI-Vorhersagen mit textlichen und bildbasierten Erklärungen kombiniert. Eye-Tracking-Messungen zeigten, dass schwierige Fälle mit Standard-KI eine höhere Anzahl an Blickfixationen – ein Indikator für kognitive Belastung – verursachten. Mit XAI sank diese Belastung deutlich, was auf eine entlastende Wirkung der Erklärungen hinweist.
Die verbesserte Diagnosegenauigkeit und reduzierte Ermüdung könnten insbesondere bei hohem Fallaufkommen und komplexen Hautläsionen Fehler minimieren. Folgestudien sollen die Langzeiteffekte in klinischen Umgebungen untersuchen. Das DKFZ, Deutschlands größte biomedizinische Forschungseinrichtung, treibt mit seinen Translationszentren wie dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen innovative Ansätze voran, um die Krebsdiagnostik und -behandlung zu optimieren.
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