In einer Studie an Zellen von fast 400 ALS-Patienten identifizierten Forscher Genomregionen mit chemischen Veränderungen, die mit dem Fortschreiten der Krankheit zusammenhängen.
Bei den meisten Patienten ist nicht genau bekannt, was Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) verursacht, eine Krankheit, die durch eine Degeneration von Motoneuronen gekennzeichnet ist, die die Muskelkontrolle beeinträchtigt und schließlich zum Tod führt.
Studien haben bestimmte Gene identifiziert, die ein höheres Krankheitsrisiko mit sich bringen, doch Wissenschaftler gehen davon aus, dass es noch viele weitere genetische Risikofaktoren gibt, die noch entdeckt werden müssen. Ein Grund dafür, dass es schwierig war, diese Treiber zu finden, besteht darin, dass sie nur bei sehr wenigen Patienten vorkommen, was es schwierig macht, sie ohne eine sehr große Patientenstichprobe herauszufinden. Darüber hinaus könnte ein Teil des Risikos eher auf epigenomische Faktoren als auf Mutationen in proteinkodierenden Genen zurückzuführen sein.
In Zusammenarbeit mit dem Answer ALS-Konsortium hat ein Team von MIT-Forschern epigenetische Modifikationen – Markierungen, die bestimmen, welche Gene in einer Zelle aktiviert werden – in Motoneuronen analysiert, die aus induzierten pluripotenten Stammzellen (IPS) von 380 ALS-Patienten stammen.
Diese Analyse ergab ein starkes Differenzsignal im Zusammenhang mit einem bekannten Subtyp von ALS und etwa 30 Stellen mit Veränderungen, die offenbar mit der Krankheitsprogression bei ALS-Patienten in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse können Wissenschaftlern dabei helfen, neue Behandlungen zu entwickeln, die auf Patienten mit bestimmten genetischen Risikofaktoren abzielen.
„Wenn die Grundursachen für all diese verschiedenen Versionen der Krankheit unterschiedlich sind, werden die Medikamente sehr unterschiedlich sein und die Signale in IPS-Zellen werden sehr unterschiedlich sein“, sagt Ernest Fraenkel, Grover M. Hermann-Professor für Gesundheitswissenschaften und Technologie in Er ist Mitglied des Department of Biological Engineering des MIT und leitender Autor der Studie. „In etwa einem Jahrzehnt könnten wir an einem Punkt angelangt sein, an dem wir ALS nicht einmal mehr als eine Krankheit betrachten, wo es Medikamente gibt, die bestimmte Arten von ALS behandeln, die aber nur bei einer Gruppe von Patienten wirken und bei einer anderen nicht.“
https://www.nature.com/articles/s41467-024-47758-8
