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Entdeckung des Zelltods könnte zu Medikamenten der nächsten Generation für neurodegenerative Erkrankungen führen

Forscher haben herausgefunden, wie man das Absterben von Zellen blockieren kann. Diese Erkenntnis könnte zu neuen Behandlungsmöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer führen.

Das Team am WEHI in Melbourne, Australien, hat ein kleines Molekül identifiziert, das den Zelltod selektiv blockieren kann.

Die in Science Advances veröffentlichten Ergebnisse bilden die Grundlage für die nächste Generation neuroprotektiver Medikamente für degenerative Erkrankungen, für die es derzeit weder eine Heilung noch Behandlungen gibt, die ihr Fortschreiten aufhalten können.

Auf einen Blick

  • Forscher haben entdeckt, wie man den Zelltod blockieren kann – ein wichtiger erster Schritt zur Verlangsamung neurodegenerativer Erkrankungen.
  • Die Studie des WEHI-Teams, zu dem auch Forscher des Parkinson-Forschungszentrums gehören, hat neue Einblicke in die Mechanismen des Zelltods und dessen Steuerung ermöglicht.
  • Die Entdeckung wurde durch die fortschrittlichen Screening-Technologien des National Drug Discovery Centre ermöglicht.

Eine neue Hoffnung im Kampf gegen degenerative Erkrankungen

Jeden Tag sind Millionen von Zellen in unserem Körper darauf programmiert zu sterben. Ein übermäßiger Zelltod kann jedoch degenerative Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit und die Alzheimer-Krankheit verursachen, wobei der vorzeitige Tod von Gehirnzellen eine Ursache für die Symptome dieser Krankheiten ist.

Professor Grant Dewson, Mitautor der Studie und Leiter des WEHI-Forschungszentrums für die Parkinson-Krankheit, sagte: „Derzeit gibt es keine Behandlungen, die das Absterben von Nervenzellen verhindern und damit das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit verlangsamen. Jedes Medikament, das dies leisten könnte, wäre ein entscheidender Schritt.

Ziel der neuen Studie war es, neue chemische Stoffe zu finden, die den Zelltod blockieren und in Zukunft zur Behandlung degenerativer Krankheiten eingesetzt werden könnten.

Um neue kleine Moleküle zu identifizieren, arbeitete das Team mit Forschern des National Drug Discovery Centre zusammen, das seinen Sitz am WEHI hat.

Bei einem Hochdurchsatz-Screening von über 100 000 chemischen Verbindungen wurde eine identifiziert, die das Absterben von Zellen wirksam stoppt, indem sie ein gut bekanntes Zelltodprotein beeinträchtigt.

Professor Guillaume Lessene, Mitautor der Studie, sagte: „Wir waren begeistert, dass wir ein kleines Molekül gefunden haben, das auf ein Killerprotein namens BAX abzielt und es in seiner Arbeit stoppt.

Die Studie mit dem Titel „Differential regulation of BAX and BAK apoptotic activity revealed by small molecules“ (Unterschiedliche Regulierung der apoptotischen Aktivität von BAX und BAK durch kleine Moleküle) wurde in der Fachzeitschrift Science Advances (DOI: 10.1126/sciadv.adr8146) veröffentlicht.