Am 27. November veröffentlicht das renommierte Fachmagazin Nature die Ergebnisse eines innovativen Brustkrebsforschungsprojekts aus den Niederlanden. Diese Studie, die SONIA-Studie, zeigte, dass eine Verzögerung und Verkürzung der Dauer einer bestimmten Krebstherapie (CDK4/6-Hemmer) bei Patienten mit hormonrezeptorpositivem fortgeschrittenem Brustkrebs zu ähnlichen Überlebensergebnissen führt, während die Toxizität verringert und erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden: über 45 Millionen Euro pro Jahr in den Niederlanden und über 5 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten. Dies ist das erste Mal, dass eine Effizienzstudie wie diese in Zusammenarbeit mit niederländischen Krankenkassen und dem Gesundheitsministerium durchgeführt wurde, und sie unterstreicht die Bedeutung der Forschung zur effizienten Verwendung von Medikamenten für Patienten, Ärzte und politische Entscheidungsträger weltweit.
CDK4/6-Inhibitoren haben bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs in Kombination mit endokriner Therapie enorme Verbesserungen der Behandlungsergebnisse gezeigt. Die Inhibitoren können entweder zur endokrinen Erst- oder Zweitlinientherapie hinzugefügt werden. Die SONIA-Studie wurde ins Leben gerufen, um herauszufinden, welcher dieser beiden Zeitpunkte für die Hinzugabe von CDK4/6-Inhibitoren der beste ist. Alle Patientinnen in der SONIA-Studie wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugewiesen. Eine Gruppe erhielt einen CDK4/6-Inhibitor unmittelbar nach der Diagnose von fortgeschrittenem Brustkrebs (Erstlinienbehandlung). Die andere Hälfte erhielt einen CDK4/6-Inhibitor, nachdem die vorherige endokrine Therapie versagt hatte (d. h. Zweitlinienbehandlung).
Das SONIA-Team stellte fest, dass die Zeit, in der der Brustkrebs unter Kontrolle blieb (progressionsfreies Überleben), in beiden Gruppen ähnlich war, ebenso wie das Überleben und die Lebensqualität. Patienten, die direkt einen CDK4/6-Inhibitor erhielten, verwendeten das Medikament etwa 16,5 Monate länger als Patienten, die einen CDK4/6-Inhibitor als Zweitlinienbehandlung erhielten. Diese deutlich längere Dauer der CDK4/6-Inhibitor-Behandlung brachte den Patienten keinen Nutzen, führte jedoch zu 74 % mehr Nebenwirkungen und mehr Krankenhausbesuchen.
Eine Zweitlinienstrategie mit CDK4/6-Inhibitoren verkürzt die „Krankenhauszeit“ in einem Kontext, in dem Zeit kostbar ist. Eine Teilnehmerin drückte es so aus: „Ich befinde mich derzeit in einer endokrinen Therapie ohne CDK4/6-Inhibitorbehandlung. Ich habe keine Toxizität und kann Vollzeit arbeiten, was sich positiv auf meine Lebensqualität auswirkt.“
https://www.nature.com/articles/s41586-024-08035-2
