Eine neue Studie des NYU Langone Health Systems zeigt, dass eingeschränkter Blutfluss das Tumorwachstum beschleunigt, indem er das Immunsystem vorzeitig altern lässt. Die am 19. August in der Fachzeitschrift JACC-CardioOncology veröffentlichte Untersuchung ergab, dass eine periphere Ischämie – eine Einschränkung des Blutflusses in den Beinarterien – bei Mäusen das Wachstum von Brusttumoren verdoppelt im Vergleich zu Tieren ohne eingeschränkten Blutfluss.
Die Ergebnisse bauen auf einer früheren Studie auf, die ähnliche Effekte nach einem Herzinfarkt zeigte. Ischämie, verursacht durch Ablagerungen wie Cholesterin in den Arterienwänden, führt zu Entzündungen und Gerinnseln, die den Sauerstofftransport behindern. Dies kann zu peripherer arterieller Verschlusskrankheit führen, die Millionen Menschen betrifft und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht.
Die Forscher stellten fest, dass eingeschränkter Blutfluss die Immunzellen im Knochenmark umprogrammiert, sodass vermehrt immunsuppressive Zellen produziert werden, die Krebszellen weniger effektiv bekämpfen. Dies führt zu einer Verschiebung des Immunsystems hin zu einem Zustand, der dem natürlichen Alterungsprozess ähnelt und das Tumorwachstum begünstigt. In Tumoren sammeln sich zudem Zellen an, die Immunreaktionen dämpfen und Krebszellen schützen.
Die Studie zeigt, dass diese Veränderungen langfristig bestehen bleiben und durch eine Umstrukturierung der Chromatinstruktur verstärkt werden, was die Aktivierung krebsbekämpfender Gene erschwert. Die Wissenschaftler schlagen vor, dass frühzeitige Krebsvorsorge bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit und entzündungsmodulierende Therapien das Tumorwachstum eindämmen könnten. Zukünftige klinische Studien sollen bestehende Therapien untersuchen, um die durch Ischämie verursachten Effekte zu bekämpfen.
Die Studie wurde von der American Heart Association, den National Institutes of Health und weiteren Institutionen unterstützt.
