Doppelte Bildgebung klärt Herzinfarkt bei offenen Herzkranzgefäßen auf

Bei Herzinfarkten ohne erkennbare Verengung der Herzkranzgefäße (MINOCA) kann die Kombination aus koronarer optischer Kohärenztomographie (OCT) und kardialer Magnetresonanztomographie (MRT) in den meisten Fällen die Ursache aufklären. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung der NYU Langone Health, die auf dem Kongress des American College of Cardiology (ACC.26) vorgestellt und gleichzeitig in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlicht wurde.

In der Studie wurden 336 Patienten an 28 Zentren in den USA, Kanada und Großbritannien untersucht. Bei 79 Prozent der Teilnehmer ließ sich mit den beiden Verfahren eine klare Ursache ermitteln. In 59 Prozent der Fälle lag ein klassischer Infarktmechanismus vor – Plaque, Gefäßkrampf oder Blutgerinnsel in der Gefäßwand. Bei 20 Prozent handelte es sich um infarktähnliche Erkrankungen wie Myokarditis, Takotsubo-Syndrom oder andere Kardiomyopathien, die eine andere Behandlung erfordern.

MINOCA macht sechs bis 15 Prozent aller Herzinfarkte aus und tritt bei Frauen etwa dreimal häufiger auf als bei Männern. Die Standardangiographie zeigt in diesen Fällen keine relevanten Verengungen, sodass die Ursache oft unklar bleibt. OCT liefert hochauflösende Bilder der Gefäßwand und erkennt Veränderungen, die auf herkömmlichen Aufnahmen unsichtbar sind. Die MRT zeigt Schäden im Herzmuskel und unterscheidet zwischen Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder anderen Ursachen.

Die Studie bestätigt die Empfehlung der aktuellen Leitlinien für zusätzliche Bildgebung bei MINOCA. Eine Vorhersage, welcher Patient von welchem Verfahren profitiert, sei anhand von Symptomen oder Laborwerten nicht möglich. Die Kombination beider Methoden erbrachte eine deutlich höhere diagnostische Ausbeute als jedes Verfahren allein.

Die Ergebnisse sollen die Diagnose und Therapie bei dieser Patientengruppe verbessern und die Auswahl von Teilnehmern für künftige Studien erleichtern. Die Arbeit wurde von der American Heart Association gefördert.

Ähnliche Beiträge