Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) warnt eindringlich vor den geplanten Kürzungen des Innovationsfonds um 100 Millionen Euro für das Jahr 2026, wie sie im Bundeskabinett beschlossen wurden. Diese Maßnahme, die eine Halbierung der Fördersumme bedeutet, gefährdet nach Ansicht des DNVF die Modernisierung des deutschen Gesundheitssystems. Der Innovationsfonds gilt als zentrales Instrument, um die Gesundheitsversorgung patientenorientierter, effizienter und kostengünstiger zu gestalten.
Die geplante Kürzung wird als Rückschlag für die evidenzbasierte Weiterentwicklung des Gesundheitswesens betrachtet. Der Fonds unterstützt die Versorgungsforschung, die essenzielle wissenschaftliche Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen liefert. Ohne ausreichende Finanzierung droht ein Stillstand bei der Einführung innovativer Versorgungsmodelle, der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit und der Stärkung der Krisenresilienz des Gesundheitssystems. Zudem könnten Fortschritte in der regionalen Verzahnung von öffentlichem Gesundheitsdienst und gesetzlicher Krankenversicherung sowie die Förderung hochwertiger Versorgung beeinträchtigt werden.
Das DNVF betont, dass ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem auf Transparenz, lernende Strukturen und ausreichende personelle Ressourcen angewiesen ist. Die Kürzung des Innovationsfonds steht diesen Zielen entgegen und könnte die Modernisierung des Gesundheitswesens um Jahre zurückwerfen. Das Netzwerk, das seit 2006 als interdisziplinäre Plattform für über 450 Wissenschaftler, Fachgesellschaften und Institute fungiert, bietet sich als Ansprechpartner für die Politik an, um evidenzbasierte Lösungen zu entwickeln.
Die Kritik des DNVF reiht sich in ähnliche Diskussionen ein, wie sie in den vergangenen Jahren etwa zur Substitutionsversorgung oder zur Qualitätssicherung in der Medizin geführt wurden. Die geplante Kürzung wird als ein Signal gewertet, das den Ansprüchen an ein modernes, patientenorientiertes Gesundheitssystem widerspricht.
