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Diese Blutwerte verraten eine Leukämie

Bei der Diagnose einer Leukämie spielen Blutwerte eine entscheidende Rolle. Ärzte achten dabei besonders auf Veränderungen im Blutbild, die auf eine gestörte Blutbildung im Knochenmark hindeuten können.

Ein wichtiger Indikator ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Bei gesunden Erwachsenen liegt diese normalerweise zwischen 4.000 und 10.000 Zellen pro Mikroliter Blut[5]. Bei Leukämie-Patienten kann die Leukozytenzahl stark erhöht sein (Leukozytose), in manchen Fällen aber auch normal oder erniedrigt (Leukozytopenie)[1][2]. Eine ausgeprägte Leukozytose mit Werten über 100.000 pro Mikroliter findet sich bei etwa 10% der Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL)[1].

Neben der absoluten Zahl ist auch die Zusammensetzung der Leukozyten von Bedeutung. Im Differentialblutbild achten Ärzte auf das Verhältnis der verschiedenen weißen Blutzellen zueinander. Bei Leukämie ist häufig der Anteil der Lymphozyten stark erhöht, während er bei Gesunden nur 20-30% beträgt[3]. Bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) kann der Lymphozytenanteil bis zu 95% ausmachen[3].

Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Zahl der roten Blutkörperchen und der damit verbundene Hämoglobinwert. Bei etwa 80% der ALL-Patienten liegt der Hämoglobinwert unter 10 g/dl, während Normalwerte bei Kindern jenseits des Säuglingsalters zwischen 10 und 16 g/dl liegen[1]. Bei der CLL deuten Werte unter 10 g/dl auf ein fortgeschrittenes Stadium (Binet C) hin[3].

Auch die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) gibt Aufschluss über den Krankheitsverlauf. Normalerweise haben Erwachsene 150.000 bis 400.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut. Bei CLL-Patienten weisen Werte unter 100.000 pro Mikroliter auf ein fortgeschrittenes Stadium hin[3].

Bei der Interpretation dieser Werte müssen Ärzte beachten, dass ähnliche Veränderungen auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. So kann beispielsweise eine Infektion ebenfalls zu einer erhöhten Leukozytenzahl führen[2]. Daher ist eine Blutuntersuchung allein nicht ausreichend für eine gesicherte Diagnose. Sie muss in jedem Fall durch eine Knochenmarkuntersuchung ergänzt werden[1][2][4].

Zudem ist es wichtig, die Entwicklung der Blutwerte über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Erst die Betrachtung des Gesamtbildes und der Verlauf der Werte erlauben eine zuverlässige Einschätzung des Krankheitsstadiums und der Prognose[3].

Insgesamt bieten Blutwerte einen wichtigen ersten Anhaltspunkt für die Diagnose einer Leukämie. Sie müssen jedoch immer im Kontext anderer Untersuchungen und des klinischen Bildes interpretiert werden, um eine genaue Diagnose zu stellen und die optimale Behandlungsstrategie zu wählen.

Quellen:
[1] Blutuntersuchungen – GPOH https://www.gpoh.de/kinderkrebsinfo/content/erkrankungen/leukaemien/pohpatinfoall120060414/diagnostik_und_therapieplanung/erstdiagnose/blutuntersuchungen/index_ger.html
[2] Diagnose Leukämie: Untersuchungen bei Krebsverdacht | DKFZ https://www.krebsinformationsdienst.de/leukaemie/diagnostik
[3] Wie sind die Blutwerte bei CLL zu verstehen? | cll-info | AstraZeneca https://cll-info.de/ratgeber/wie-sind-die-blutwerte-bei-cll-zu-verstehen/
[4] Diagnose von Leukämie – Deutsche Krebsgesellschaft https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/leukaemie/diagnose.html
[5] Leukämie verstehen https://carreras-stiftung.de/leukaemie-verstehen/
[6] Leukämie – Universitätsspital Zürich https://www.usz.ch/krankheit/leukaemie/

Blutwere bei Leukämie

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