Die Vertrauenskrise beim Robert Koch-Institut: Zwischen Fehlern und mangelnder Transparenz
Das Robert Koch-Institut (RKI) steht vor einer ernsten Vertrauenskrise, die durch den Umgang mit eigenen Fehlern und mangelnde Transparenz verschärft wurde. Die ehemals unauffällig arbeitende Gesundheitsbehörde geriet mit Beginn der Corona-Pandemie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und damit auch in die Kritik[1].
Die Kernprobleme
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Weigerung des RKI, einen systematischen Fehler bei der Berechnung der Impfwirksamkeit einzugestehen. Die Behörde verwendete eine fehlerhafte Berechnungsmethode, die zu einer deutlichen Überschätzung der Impfeffektivität führte. Statt der vom RKI berechneten 99 Prozent lag die korrekte Wirksamkeit bei 93 Prozent[1].
Mangelnde Fehlerkultur
Besonders problematisch ist die Reaktion des RKI auf die Aufdeckung des Fehlers. Trotz eindeutiger Beweise beharrte die Behörde auf der Korrektheit ihrer Berechnung und fügte lediglich einen verharmlosenden Hinweis hinzu. Diese Unfähigkeit, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, hat das Vertrauen selbst bei bisherigen Unterstützern der Institution erschüttert[1].
Interessenkonflikte
Die Vertrauenskrise wird zusätzlich durch mögliche Interessenkonflikte verstärkt. So wurde bekannt, dass ein leitender RKI-Mitarbeiter gleichzeitig Gesellschafter einer Firma war, die Corona-Tests entwickelte – ein klarer Interessenkonflikt, da das RKI für die Erarbeitung nationaler Teststrategien zuständig ist[3].
Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit
Die Weigerung, Fehler einzugestehen, hat weitreichende Konsequenzen für die Glaubwürdigkeit der Institution. Journalisten und Wissenschaftler, die sich bisher auf die Korrektheit der RKI-Daten verlassen haben, wurden verunsichert. Dies nährt Zweifel an der Verlässlichkeit anderer Angaben der Behörde[1].
Fazit
Die aktuelle Situation zeigt, dass das RKI durch seine mangelnde Fehlerkultur und fehlende Transparenz selbst dazu beigetragen hat, seine Glaubwürdigkeit zu beschädigen. Eine Korrektur dieser Entwicklung würde eine grundlegende Änderung im Umgang mit Fehlern und mehr Offenheit in der Kommunikation erfordern.
Quellen:

[1] Fehlerkultur beim RKI: Vertrauen verspielt | taz.de https://taz.de/Fehlerkultur-beim-RKI/!5780451/
[2] IMU_Research_Insight_083 https://madoc.bib.uni-mannheim.de/65179/1/IMU_Research_Insight_083_v5%20(003).pdf
[3] Hinweis auf Interessenkonflikt bei leitendem RKI-Mitarbeiter – WELT https://www.welt.de/wirtschaft/plus221257894/Corona-Tests-Hinweis-auf-Interessenkonflikt-bei-leitendem-RKI-Mitarbeiter.html
[4] KI in der Verwaltung: Bundesregierung folgt dem Hype https://netzpolitik.org/2023/ki-in-der-verwaltung-bundesregierung-folgt-dem-hype/
[5] KI-Einsatz: Kein großes Vertrauen in Behörden https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/ki-kuenstliche-intelligenz-polizei-einsatz-100.html

