Palm Beach, 29. Mai 2025 – Die sogenannten „Epstein Files“, Dokumente im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, haben in den letzten Jahren wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Insbesondere die Verbindung zwischen Epstein und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump steht immer wieder im Fokus öffentlicher Debatten. Dieser Bericht fasst die bekannten Fakten zusammen.
Hintergrund der Epstein-Akten
Jeffrey Epstein, ein wohlhabender Finanzier, wurde 2008 in Florida wegen Aufforderung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt und verbüßte eine 13-monatige Haftstrafe. 2019 wurde er wegen Sexhandels mit Minderjährigen angeklagt, starb jedoch vor Prozessbeginn in seiner Zelle; die offizielle Todesursache war Suizid. Die Epstein-Akten umfassen Gerichtsdokumente, Zeugenaussagen, Flugprotokolle und andere Beweise aus verschiedenen Ermittlungen und Klagen, darunter die Zivilklage von Virginia Giuffre gegen Epsteins Mitarbeiterin Ghislaine Maxwell.
Beziehung zwischen Trump und Epstein
Donald Trump und Jeffrey Epstein waren in den 1980er- und 1990er-Jahren Teil desselben gesellschaftlichen Netzwerks in New York und Palm Beach. Beide wurden zusammen bei Veranstaltungen fotografiert, unter anderem 1997 und 2000 im Mar-a-Lago-Club, der Trump gehört. Ein Video von NBC aus dem Jahr 1992 zeigt die beiden bei einer Party in Mar-a-Lago, wo sie miteinander sprechen und über Frauen auf der Tanzfläche scherzen.
Trump wird in den Flugprotokollen von Epsteins Privatflugzeug, bekannt als „Lolita Express“, mindestens sieben Mal zwischen 1993 und 1994 erwähnt. Zu den Passagieren gehörten zeitweise seine damalige Ehefrau Marla Maples, seine Tochter Tiffany und eine Nanny. Ein Flug im Oktober 1993 listet auch Ghislaine Maxwell als Passagierin. Es gibt keine Beweise dafür, dass Trump Epsteins Privatinsel Little St. James besuchte.
In einem Interview mit New York Magazine im Jahr 2002 beschrieb Trump Epstein als „großartigen Kerl“ und „viel Spaß“, wobei er anmerkte, dass Epstein „schöne Frauen“ möge, „viele davon eher jung“. Später erklärte Trump, die Freundschaft sei um 2004 zerbrochen, nachdem beide um den Kauf einer Immobilie in Palm Beach, der Maison de l’Amitié, konkurrierten, die Trump letztlich erwarb. Trump soll Epstein daraufhin aus Mar-a-Lago verbannt haben.
Erwähnungen in den Akten
Die im Januar 2024 und Februar 2025 veröffentlichten Dokumente, darunter Flugprotokolle und Zeugenaussagen, enthalten Erwähnungen von Trump, liefern jedoch keine neuen Beweise für eine Beteiligung an Epsteins Straftaten. Virginia Giuffre, eine von Epsteins Anklägerinnen, sagte in einer Aussage von 2016, sie habe Trump nie in Epsteins Haus gesehen und glaube nicht, dass er an den Missbrauchshandlungen beteiligt war. Eine weitere Zeugin, Johanna Sjoberg, erwähnte, einmal mit Epstein in Trumps Casino in Atlantic City gewesen zu sein, ohne Trump persönlich zu treffen.
Die Veröffentlichung der Akten im Februar 2025 durch Justizministerin Pam Bondi, die unter Trump ernannt wurde, umfasste etwa 200 Seiten, die größtenteils bereits bekannte Dokumente wie Flugprotokolle und Kontaktlisten enthielten. Bondi erklärte, die Veröffentlichung sei Teil einer „ersten Phase“ und diene der Transparenz. Sie warf dem FBI vor, tausende weitere Seiten zurückzuhalten, und forderte eine Untersuchung.
Vorwürfe und Dementis
Im Oktober 2024 beschuldigte das ehemalige Model Stacey Williams, Trump habe sie 1993 in Anwesenheit von Epstein unsittlich berührt. Williams, die damals mit Epstein liiert war, machte diese Anschuldigungen im Rahmen einer Veranstaltung der Gruppe „Survivors4Harris“. Trump wies die Vorwürfe zurück, und sein Wahlkampfteam bezeichnete sie als politisch motiviert.
Es gibt keine gerichtlich bestätigten Beweise, die Trump mit Epsteins Sexualstraftaten in Verbindung bringen. Trump hat wiederholt erklärt, seit etwa 2004 keinen Kontakt mehr zu Epstein gehabt zu haben, und betonte 2019, er sei „kein Fan“ von Epstein gewesen.
Öffentliche Reaktionen
Die Veröffentlichung der Akten hat Spekulationen und Kontroversen angeheizt, insbesondere in sozialen Medien. Auf Plattform X trendeten Hashtags wie „#TrumpPedoFiles“, oft angeführt von politischen Gegnern wie dem demokratischen Abgeordneten Ted Lieu, der 2024 behauptete, Trump sei „überall“ in den Akten – eine Behauptung, die durch die Dokumente nicht gestützt wird. Konservative Stimmen, darunter einige von Trumps Unterstützern, kritisierten die Veröffentlichung von Bondi als enttäuschend, da sie keine neuen Enthüllungen brachte.
Fazit
Die Epstein-Akten bestätigen eine frühere Bekanntschaft zwischen Trump und Epstein, einschließlich gemeinsamer gesellschaftlicher Auftritte und Flügen auf Epsteins Privatflugzeug in den 1990er-Jahren. Es gibt jedoch keine Beweise für eine Beteiligung Trumps an Epsteins Verbrechen. Die jüngsten Dokumentenfreigaben haben keine wesentlichen neuen Informationen geliefert, und die Debatte bleibt stark politisch geprägt.
Quellen: NBC News, The Washington Post, The Guardian, New York Magazine, People, The Economic Times, DOJ-Pressemitteilung
