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DGKL-Bevollmächtigter Wolter treibt Neuausrichtung voran: MedLabPortal als Erfolgsmotor

Jan Wolter, Bevollmächtigter des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL), hat seit seinem Amtsantritt Ende 2023 die Fachgesellschaft strategisch und kommunikativ umgekrempelt. In knapp zwei Jahren wurden interne Prozesse digitalisiert, die Webpräsenz modernisiert und das MedLabPortal als zentrale Plattform etabliert, das bundesweite Medienaufmerksamkeit erregt.

Unter Wolters Leitung entstand das Portal innerhalb von zehn Monaten: Er entwickelte das Konzept, gewann das Präsidium für die Umsetzung und beauftragte eine Agentur. Parallel folgte ein Relaunch der DGKL-Webseite, ein neuer Mitgliederbereich, ein CRM-System und eine Umstellung der Buchhaltung. Das Mitgliedermanagement wurde vollständig digitalisiert, um Prozesse zu beschleunigen und eine barrierefreie Nutzererfahrung zu schaffen.

Das MedLabPortal, das vor einem Jahr online ging, hat die Sichtbarkeit der DGKL massiv gesteigert: Es verzeichnet über zwei Millionen Google-Views im laufenden Jahr, dominiert bei relevanten Suchanfragen und sorgt für Medienresonanz. Als unabhängige Plattform ermöglicht es unverfälschte, zeitnahe Veröffentlichungen von Interviews, Berichten und News. Eine Verknüpfung mit dem Mitgliederbereich stärkt zudem den internen Austausch und positioniert das Portal als Impulsgeber für die Fachgesellschaft.

Wolter, der zuvor beim ASW Bundesverband Cybersicherheit und Desinformation vorhersagte und beim Medizintechnik-Verband SPECTARIS tätig war, warnt vor Sicherheitsrisiken in der Labormedizin. Neue Technologien wie KI, 3D-Druck und Social Media bergen Cyber-Bedrohungen, da sie leicht missbraucht werden können. Die Branche mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Euro jährlich investiert zu wenig in Schutzmaßnahmen, die als Business-Enabler wirken. Sinkende Vergütungen und Sparzwänge in der Gesundheitsbranche erschweren dies, doch Versicherungen und Zertifikate allein reichen nicht – ein Umdenken sei essenziell.

Verbände wie die DGKL, ein Verein mit über 1.200 Mitgliedern, nutzen ihr Potenzial für gemeinsame Leistungen, leiden aber oft unter bürokratischer Führung oder oberflächlicher PR. Wolter plädiert für intelligente Kommunikation: Wissenschaft muss verständlich und praxisnah vermittelt werden, um Laien und Medien zu erreichen. Dadurch entsteht Aufklärung, die Kosten im Gesundheitssystem senkt – durch mehr präventive Labormedizin und weniger teure Therapien. Finanzierung jenseits von Beiträgen bleibt herausfordernd, doch Qualität („Klasse“) zieht Reichweite („Masse“) an.

Trotz gesellschaftlicher Imagevorurteile im Medizinbereich – etwa reiche Jammerer – positioniert sich die DGKL als wissenschaftlich nüchtern: Sie analysiert Probleme, etabliert Standards und gibt konstruktive Empfehlungen, um Leben zu retten. Intern herrscht Rückendeckung; trotz unterschiedlicher Meinungen fordert niemand weniger Öffentlichkeit. Die strategische Offensive hat die DGKL zu einem relevanten Akteur in Labormedizin und Gesundheitspolitik gemacht.

Original Interview:

NACHGEFRAGT: „Wir analysieren und geben daraufhin konstruktive Handlungsempfehlungen“ – MedLabPortal