Deutschland hat im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern mittlerweile die geringste Lebenserwartung. Ein maßgeblicher Faktor dafür ist die hohe Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einige grundlegende gesundheitspolitische Maßnahmen können laut DGK helfen – und sollten daher Eingang in ein neues Regierungsprogramm finden.
Bei Maßnahmen zur Prävention und Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht in Deutschland im europäischen Vergleich Aufholbedarf: Über 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung raucht, die Laienreanimationsquote liegt mit 51 Prozent deutlich unter der anderer EU-Länder, Herz-Kreislauf-Risikofaktoren sind sehr ausgeprägt und werden in vielen Fällen erst sehr spät erkannt und strukturierte, effiziente Programme zur Lebensstilmodifikation fehlen. Vor allem Bluthochdruck als auch Patientinnen und –Patienten mit hohen LDL-Cholesterin-Werten werden oft nicht identifiziert oder nicht ausreichend beraten und behandelt.

Die Nationale Herz-Allianz appelliert daher an die kommende Bundesregierung, Maßnahmen zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit im Regierungsprogramm zu verankern, um eine nationale Herz-Kreislauf-Gesundheitsstrategie zu etablieren.
Erste Maßnahmen müssten aus Sicht der Allianz sein:
- Etablierung von Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen zur Erkennung und Beratung bzgl. der wichtigen vermeidbaren kardiovaskulären Risikofaktoren Bluthochdruck, Rauchen, Adipositas, Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie ab 40 Jahren.
- Nichtraucherkampagne verbunden mit einer eine Erhöhung der Tabaksteuer und Anerkennung der Nikotinsucht als Krankheit.
- Unterstützung der Etablierung eines Nationalen Herzregisters aufbauend auf der elektronischen Patientenakte
- Unterstützung der Förderung von evidenzbasierter struktureller Primärprävention und Verhältnisprävention, unter anderem mit Lebensstilmodifikation im Kindesalter
- Maßnahmen zur Steigerung der Laienreanimation mit verpflichtender Umsetzung von Reanimationsunterricht an Schulen, Anleitung zur Telefonreanimation durch die Leitstellen und eine flächendeckende Versorgung mit Ersthelfer-Apps.
