Forscher der Cleveland Clinic haben einen Zusammenhang zwischen erhöhten Blutwerten von Trimethylamin-N-oxid (TMAO), einem Stoffwechselprodukt von Darmbakterien, und einem erhöhten Risiko für Bauchaortenaneurysmen aufgedeckt. Die in JAMA Cardiology (DOI: 10.1001/jamacardio.2025.2698) veröffentlichte Studie zeigt, dass TMAO das Wachstum und die Schwere dieser potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung fördern könnte, was neue Möglichkeiten für Prävention und Therapie eröffnet.
Bauchaortenaneurysmen sind Ausbuchtungen in der Bauchschlagader, die durch Faktoren wie Alter, Rauchen oder andere Erkrankungen entstehen können. Diese Aneurysmen verursachen oft keine Symptome, bis sie reißen, was lebensgefährlich ist. Größere Aneurysmen erfordern meist chirurgische Eingriffe. Die Studie legt nahe, dass hohe TMAO-Werte, die durch den Verzehr von rotem Fleisch und anderen tierischen Produkten entstehen, mit einer schnelleren Ausdehnung der Aneurysmen und einem höheren Operationsrisiko verbunden sind.
Die Forschung basiert auf jahrelanger Arbeit des Teams um Dr. Stanley Hazen, das die Rolle des Darmmikrobioms bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. TMAO war bereits zuvor mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und chronische Nierenerkrankungen in Verbindung gebracht worden. Die neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine gezielte Senkung des TMAO-Spiegels durch Ernährung oder Medikamente das Fortschreiten von Aneurysmen bremsen könnte. In präklinischen Modellen konnten solche Ansätze die Entstehung und das Platzen von Aneurysmen verhindern, allerdings stehen entsprechende Medikamente für Menschen noch nicht zur Verfügung.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Ernährung für die Prävention von Aortenerkrankungen und könnten die derzeitige Praxis, die auf Überwachung und chirurgische Eingriffe fokussiert, ergänzen. Da es bisher keine Bluttests gibt, um das Risiko für Aneurysmen zuverlässig vorherzusagen, könnten TMAO-Tests zukünftig eine wichtigere Rolle in der Diagnostik spielen.
Quelle:
DOI: 10.1001/jamacardio.2025.2698
Schlüsselwörter: Bauchaortenaneurysma, TMAO, Darmmikrobiom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Ernährung
