Cochrane Review: HPV-Impfung könnte Rückfallrisiko bei Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen senken

Ein neuer Cochrane Review des Instituts für Evidenz in der Medizin am Universitätsklinikum Freiburg deutet darauf hin, dass eine HPV-Impfung Frauen nach einer Konisation vor erneutem Auftreten von Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen (CIN2+) schützen könnte. Die Evidenz ist jedoch begrenzt.

Gebärmutterhalskrebs, ausgelöst durch Humane Papillomviren (HPV), ist eine häufige gynäkologische Krebserkrankung. In Deutschland werden jährlich etwa 25.000 Konisationen zur Entfernung von CIN2+-Vorläsionen durchgeführt. Der Review analysierte 13 Studien mit über 21.000 Teilnehmerinnen, darunter zwei randomisierte kontrollierte Studien (RCTs). Ergebnisse zeigen, dass 0,6 bis 1,5 % der geimpften Frauen innerhalb von zwei bis drei Jahren erneut CIN2+-Veränderungen entwickelten, verglichen mit 2,3 % der ungeimpften Frauen.

„Frauen nach einer Konisation sind eine Risikogruppe für erneute Krebsvorstufen. Die Impfung könnte helfen, dieses Risiko zu senken“, sagt Erstautor Philipp Kapp. Die Evidenz ist jedoch von geringer bis sehr geringer Vertrauenswürdigkeit, da die RCTs Verzerrungsrisiken aufwiesen. Unklar bleibt zudem der optimale Impfzeitpunkt – vor, während oder nach der Konisation.

Daten zu anderen Endpunkten wie HPV-Neuinfektionen, CIN3+ oder invasivem Gebärmutterhalskrebs fehlen. Auch zu Nebenwirkungen gibt es kaum Evidenz: Eine Studie berichtete von leichten Reaktionen (92 %), Kopfschmerzen (8 %) und seltenen schweren allergischen Reaktionen (1 %).

Die Autoren fordern weitere RCTs, die auch Alter und Vorimpfungen berücksichtigen. Ein neuer RCT vom Imperial College London wird erwartet. Trotz Evidenzlücken empfehlen einige Mediziner*innen die HPV-Impfung nach Konisation, und manche Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Der Review, finanziert durch das EU4Health-Programm, ist auf der Cochrane-Website und als ECDC-Bericht verfügbar.

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