Cochrane: Kein klarer Nutzen von Ketamin bei chronischen Schmerzen

Ketamin, ein bekanntes Schmerzmittel in der Notfallmedizin, wird oft „off label“ gegen chronische Schmerzen wie Nervenschmerzen oder Fibromyalgie eingesetzt. Ein neuer Cochrane Review zeigt jedoch, dass der Nutzen dieser Anwendung nicht wissenschaftlich belegt ist.

Der Review analysierte 67 Studien mit über 2300 Erwachsenen, die NMDA-Rezeptorantagonisten wie Ketamin, Memantin, Dextromethorphan, Amantadin und Magnesium untersuchten. Diese Wirkstoffe sollen Schmerzsignale im Gehirn blockieren. Verglichen wurden sie mit Placebo oder anderen Schmerztherapien. Die Ergebnisse deuten auf keinen klaren Nutzen von Ketamin bei chronischen Schmerzen hin, zeigen aber ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Wahnvorstellungen, Delirium, Übelkeit und Erbrechen, besonders bei intravenöser Verabreichung.

Die Studienqualität war laut den Autoren gering bis sehr gering, was die Zuverlässigkeit der Ergebnisse einschränkt. „Wir sagen nicht, dass Ketamin unwirksam ist, aber es gibt große Unsicherheit“, erklärt Erstautor Michael C. Ferraro von der University of New South Wales. Co-Autor Neil E. O’Connell von der Brunel University betont die Notwendigkeit hochwertiger Studien, da der Nutzen von Ketamin bei chronischen Schmerzen unklar bleibt.

Die Autoren fordern Vorsicht bei der klinischen Anwendung und weitere Forschung, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Ketamin bei chronischen Schmerzen zu klären.

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