Präkarität im weißen Kittel: Die unsichtbare Ausbeutung von Doktoranden und Privatdozenten in der Medizin
Die medizinische Wissenschaft in Deutschland gilt als Fundament für Innovation und erstklassige Patientenversorgung. Doch hinter der Fassade von Fortschritt und Prestige verbirgt sich ein System, das Doktoranden und Privatdozenten systematisch ausnutzt. Diese Gruppen tragen wesentlich zur Forschung und Lehre an Universitätskliniken bei, erhalten jedoch oft weder angemessene Bezahlung noch soziale Absicherung. Basierend auf Studien des Marburger Bundes, des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung sowie Berichten des Statistischen Bundesamts wird hier eine faktenbasierte Analyse der Missstände präsentiert, untermauert durch konkrete Beispiele und Berechnungen. Doktoranden: Billige Arbeitskräfte im Klinikalltag Medizinische Doktoranden, häufig Assistenzärzte in der Weiterbildung, bilden das Rückgrat der Forschung an Universitätskliniken. Im Jahr 2022 gab es über 45.000 Promovierende in medizinischen Fächern, was etwa ein Viertel aller deutschen Doktoranden ausmacht.1 Viele beginnen ihre Dissertation bereits während des Studiums, doch die Realität in Kliniken zwingt sie, die Forschung neben der Patientenversorgung…





