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Personalisierte Hirnstimulation reduziert Anfälle bei therapieresistenter Epilepsie um bis zu 90 Prozent

Neurologen und Bioingenieure der University of Pittsburgh und UPMC haben eine maßgeschneiderte Tiefenhirnstimulation (DBS) entwickelt, die bei Patienten mit medikamentenresistenter Epilepsie die Anfallshäufigkeit und -schwere drastisch senkt. Die Methode zielt auf individuelle Verbindungen zwischen Thalamus und epileptogenen Kortikalregionen ab und übertrifft standardisierte Ansätze. In einer Studie mit langfristig implantierten Geräten erzielten Patienten eine durchschnittliche Anfallsreduktion von fast 90 Prozent; einige blieben monatelang anfallsfrei. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Nature Communications, könnten die Behandlung für Millionen Betroffene revolutionieren. Epilepsie betrifft weltweit über 50 Millionen Menschen; ein Drittel spricht nicht auf Medikamente an. Chirurgische Resektion ist oft unmöglich, wenn Anfälle aus Bereichen für Sprache, Bewegung oder Sehen stammen. Bisherige Thalamus-Stimulation (anteriorer Nucleus) half nur begrenzt. Das Pitt/UPMC-Team kartierte bei 41 Patienten mit hochauflösender Bildgebung und intrakraniellen Ableitungen die thalamokortikalen Verbindungen. Die Stimulation wurde präzise auf den thalamiischen Abschnitt ausgerichtet, der am stärksten mit… 

Subretinales Implantat stellt Sehkraft bei AMD-Patienten teilweise wieder her

Ein neuartiges Neurostimulationssystem namens Prima hat in einer klinischen Studie bei über 80 Prozent der Patienten mit atrophischer altersbedingter Makuladegeneration (AMD) die zentrale Sehfähigkeit verbessert. Betroffene, die zuvor kaum Buchstaben erkennen konnten, lasen nach Implantation eines subretinalen Chips und mit speziellen Augmented-Reality-Brillen wieder Wörter und Sätze. Die Ergebnisse, veröffentlicht im New England Journal of Medicine, stammen von einem internationalen Team um Inserm, Sorbonne Université, CNRS, das Institut de la Vision, die Hôpital Fondation Adolphe de Rothschild und das Hôpital national des 15-20 sowie Partner aus Stanford und der Science Corporation. AMD ist weltweit die häufigste Ursache für Erblindung ab dem 60. Lebensjahr und zerstört die Makula, den Bereich scharfen Sehens, während das periphere Gesichtsfeld erhalten bleibt. Bei der atrophischen Form sterben Photorezeptoren ab, ohne bisherige Therapieoptionen. Das Prima-System umgeht diese defekten Zellen: Eine Miniaturkamera in der Brille erfasst Bilder, ein… 

Väterlicher Lebensstil prägt Spermien-Epigenom – Auswirkungen auf Fruchtbarkeit, Embryonen und Kindergesundheit

Eine umfassende Übersichtsarbeit in Clinical Epigenetics fasst zusammen, wie väterliche Faktoren wie Ernährung, Übergewicht, Rauchen, Schadstoffe und Stress das epigenetische Profil von Spermien verändern. Diese Modifikationen – DNA-Methylierung, Histon-Retention und kleine nicht-kodierende RNAs – beeinflussen Spermienqualität, Befruchtungsfähigkeit, Embryonalentwicklung, Erfolge assistierter Reproduktion und langfristige Gesundheitsrisiken der Nachkommen. Die Analyse unterstreicht den väterlichen Beitrag zur intergenerationalen Vererbung und plädiert für präkonzeptionelle Interventionen. Väterliche Einflüsse hinterlassen epigenetische Signaturen, die bei der Befruchtung mit dem Genom übertragen werden. Adipositas und ungünstige Diäten (hoch an Fett/Zucker oder folatarm) korrelieren mit veränderten Methylierungs- und sncRNA-Profilen, reduzierter Spermienmotilität und metabolischen Störungen bei Kindern. Rauchen führt zu differenziell methylierten Regionen in Genen für Antioxidation, Insulinsignale und Spermatogenese. Endokrin wirksame Chemikalien wie BPA oder Phthalate induzieren transgenerationale Methylierungsveränderungen, die Fruchtbarkeit und Krankheitsrisiken mindern. Präkonzeptioneller Stress verändert miRNAs/piRNAs und Methylierung, mit verhaltens- und stoffwechselbezogenen Effekten in Tiergenerationen. In der assistierten… 

Proteinmarker prognostiziert Chemotherapieresistenz bei Dickdarmkrebs – Neuer Ansatz für personalisierte Therapien

Ein internationales Forscherteam hat ein Proteinsystem identifiziert, das erklärt, warum manche Patienten mit kolorektalem Karzinom auf Chemotherapie nicht ansprechen. Der Cystin/Glutamat-Transporter Xc- schützt Tumorzellen vor Stress und Zelltod; seine Blockade in Labormodellen steigert die Therapieempfindlichkeit. Zudem entdeckten die Wissenschaftler eine spezifische Protein-Signatur auf Tumoroberflächen, die als Biomarker dienen könnte, um Resistenz vorab zu erkennen. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Molecular Oncology, könnten personalisierte Behandlungen ermöglichen und reichen über Dickdarmkrebs hinaus bis zu neurologischen Erkrankungen. Die Studie, geleitet von Michal Linial, Or Kakhlon und Keren Zohar an der Hebrew University of Jerusalem sowie Ulf D. Kahlert und Marco Strecker an der University Medicine Magdeburg, analysierte Tumorgewebe und gesundes Material von 32 Patienten. Mithilfe von Sequenzierung, Histologie und patientenspezifischen Organoiden wurde das Gen SLC7A11 (xCT) als stark überexprimiert identifiziert. Es bildet mit einem Partner den Xc–Transporter, der Krebszellen hilft, oxidativen Stress zu bewältigen… 

Bisher unbekannter Mechanismus bei Präeklampsie entdeckt

Forscher der Medizinischen Universität Wien haben einen neuartigen molekularen Prozess identifiziert, der maßgeblich zur Entstehung von Präeklampsie beiträgt – einer der gefährlichsten Schwangerschaftskomplikationen, die weltweit Millionen Frauen und Neugeborene bedroht. Die Studie, geleitet von Claudia Gundacker, Sebastian Granitzer und Raimund Widhalm vom Institut für Medizinische Genetik, beleuchtet, wie ein Ungleichgewicht im sFlt-1/PlGF-Quotient – dem zentralen Blutmarker für drohende Präeklampsie – entsteht. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Nature Communications, könnten neue Wege für Diagnose und Therapie ebnen. Das Team konzentrierte sich auf zwei Schlüsselmoleküle: den Aminosäuretransporter LAT1 und den Transkriptionsfaktor NRF2. Diese Proteine interagieren, um die Gefäßbildung in der Plazenta zu regulieren und Zellen vor oxidativem Stress zu schützen – einem Übermaß reaktiver Sauerstoffspezies. Bei Präeklampsie ist diese Kooperation gestört, was das charakteristische Marker-Ungleichgewicht auslöst. Entgegen früherer Annahmen ist der oxidative Stress nicht Ursache, sondern Folge der Erkrankung. Die Wissenschaftler demonstrierten, dass… 

Gründung der Virtual Worlds Association: Europäische Allianz für nützliche, offene und menschenzentrierte virtuelle Welten

Die Virtual Worlds Association (VWA) hat sich heute als internationale Non-Profit-Organisation etabliert, um die Entwicklung europäischer virtueller Welten voranzutreiben. Die Allianz vereint über 20 Organisationen aus acht Ländern – darunter Belgien, Spanien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien und Polen – und zielt darauf ab, Forschung, Innovation und Markteinführung zu beschleunigen. Sie fördert ethische, offene und nachhaltige Modelle, die wirtschaftliche Vorteile, gesellschaftliche Fortschritte und politische Impulse schaffen. Die VWA ist nun für neue Mitglieder geöffnet. Die Gründung basiert auf einem Abkommen vom 3. Juni 2025, das die Vorbereitung einer Europäischen Partnerschaft für virtuelle Welten im Rahmen des Horizon-Europa-Programms mit der Europäischen Kommission festlegt. Virtuelle Welten gelten als Schlüsseltechnologie für die europäische Unabhängigkeit in Bereichen wie Industrie, Gesundheitswesen, Sicherheit, Kultur und Bildung. In der Fertigung, Energieversorgung, Mobilität und im Bauwesen verkürzen immersive 3D-Umgebungen Entwicklungszyklen, steigern Sicherheit und ermöglichen prädiktive Wartung. Im Bildungswesen… 

Neue Behandlungsoption für Katzen mit Augeninfektionen: Studie bestätigt Sicherheit und Wirksamkeit eines gängigen Lippenherpes-Cremes

Eine Creme, die ursprünglich gegen Lippenherpes bei Menschen entwickelt wurde, könnte künftig eine einfache und wirksame Therapie gegen Augeninfektionen bei Katzen darstellen. Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem und der University of California in Davis haben in einer Studie gezeigt, dass eine einprozentige Penciclovir-Creme (Handelsname Fenlips®) bei topischer Anwendung am Katzenauge sicher ist, gut vertragen wird und über acht Stunden hinweg antivirale Wirkstoffkonzentrationen aufrechterhält. Dies deutet darauf hin, dass eine zweimal tägliche Applikation ausreichen könnte, um Infektionen durch das feline Herpesvirus Typ 1 (FHV-1) – eine der häufigsten Ursachen für Augenerkrankungen bei Katzen – effektiv zu kontrollieren. FHV-1 führt bei Katzen häufig zu chronischen Entzündungen, Schmerzen und Sehstörungen. Bisherige antivirale Behandlungen wie oral verabreichtes Famciclovir sind für Tierhalter oft schwierig umzusetzen und weisen bei Katzen eine eingeschränkte Aufnahme auf. Die aktuelle Untersuchung, geleitet von Oren Pe’er vom Ophthalmologie-Department der Koret School… 

ESMO veröffentlicht erste Leitlinien für den sicheren Einsatz großer Sprachmodelle in der Onkologie

Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) hat am Montag die ersten umfassenden Empfehlungen zur Integration großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) in die onkologische Praxis vorgestellt. Die Leitlinien mit dem Titel ELCAP (ESMO Guidelines for the Use of Large Language Models in Clinical Practice) wurden in der Fachzeitschrift Annals of Oncology publiziert und sollen Klinikern, Patienten und Institutionen einen strukturierten Rahmen bieten, um Chancen der KI zu nutzen, ohne Risiken für Sicherheit, Datenschutz und klinische Qualität zu vernachlässigen. Die Veröffentlichung fällt zeitlich mit einer Diskussionsrunde zum Thema KI-gestützte Krebsbehandlung auf dem laufenden ESMO-Kongress in Berlin zusammen. Die Leitlinien gliedern sich in drei Hauptkategorien, die je nach Anwendergruppe unterschiedliche Anforderungen stellen. Patientenorientierte Anwendungen wie Chatbots zur Aufklärung oder Symptomüberwachung sollen ausschließlich ergänzend zur regulären Versorgung eingesetzt werden, unter strenger Aufsicht, mit klaren Eskalationspfaden zu Fachpersonal und robusten Datenschutzmaßnahmen. Für medizinisches… 

Tubulis präsentiert positive klinische Daten zu TUB-040 bei Eierstockkrebs

Das Biotechnologieunternehmen Tubulis, das 2019 aus dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und der Ludwig-Maximilians-Universität München hervorgegangen ist, hat erste positive Ergebnisse aus der Phase-I/IIa-Studie NAPISTAR1-01 veröffentlicht. Die Daten weisen auf eine starke klinische Wirksamkeit hin, kombiniert mit einem günstigen Sicherheitsprofil und hoher Verträglichkeit bei stark vorbehandelten Patienten mit Eierstockkrebs. Die Ergebnisse wurden erstmals auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology in Berlin vorgestellt. Studienleiter Antonio Gonzalez-Martin, Direktor der Onkologieabteilung an der Clínica Universidad de Navarra, berichtete über das führende Antikörper-Wirkstoff-Konjugat TUB-040 bei platinresistentem hochgradig serösem Ovarialkarzinom. Der Fokus lag auf Dosierungen von 1,67 bis 3,3 Milligramm pro Kilogramm. Diese Daten validieren erstmals die firmeneigene Tubutecan-Technologie und liefern den Proof-of-Concept für das am weitesten fortgeschrittene Konjugat, das auf das Zielantigen NaPi2b abzielt. Tubulis setzt in der Produktentwicklung auf die innovative P5-Konjugationstechnologie, die eine zentrale Rolle bei der Herstellung der… 

The Voice: Der DKLM 2025

Inmitten einer dynamischen Metropole, die Tradition und Innovation nahtlos verwebt, öffnet der Deutsche Kongress für Laboratoriumsmedizin (DKLM) am kommenden Mittwoch, dem 22. Oktober, seine Pforten. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) in Kooperation mit dem Dachverband für Technologen und Analytiker in der Medizin Deutschland e.V. (DVTA), findet der Kongress am 23. und 24. Oktober im Congress Center Leipzig (CCL) statt. Unter dem Leitmotiv „Science for precision medicine“ versammelt sich die Labormedizin-Branche, um zukunftsweisende Entwicklungen in Diagnostik, Analytik und Präzisionsmedizin zu diskutieren. Die Eröffnungsveranstaltung im historischen Salles de Pologne markiert nicht nur den Auftakt, sondern unterstreicht die Rolle Leipzigs als Brücke zwischen sächsischer Gemütlichkeit und hochmodernem Wissenschaftsbetrieb. Der DKLM stellt die zentrale Stimme der Labormedizin in Deutschland dar, da er als jährliches Forum der DGKL – der maßgeblichen wissenschaftlichen Fachgesellschaft mit über 1.100 Mitgliedern – die…