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Nanopartikel ermöglichen Melanom-Entfernung mit niedrig dosiertem Laserlicht

Forschende der Oregon State University haben ein neuartiges Nanopartikel-System entwickelt und im Mausmodell getestet, das Melanom-Tumore mit einem schwachen Nahinfrarot-Laser zerstören kann. Das Verfahren vermeidet die hohen Leistungsdichten herkömmlicher photothermischer Therapien, die die Haut gefährden würden. Melanom ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. Es entsteht in den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), wird meist durch UV-Strahlung ausgelöst und macht nur etwa 1 % aller Hautkrebsfälle aus, verursacht jedoch die Mehrheit der Hautkrebstodesfälle. In den USA wurden 2025 über 100.000 Neuerkrankungen und mehr als 8.000 Todesfälle registriert. Die Standardbehandlung umfasst chirurgische Entfernung mit großem Sicherheitsabstand, oft gefolgt von Immun- oder zielgerichteter Therapie. Rezidive sind häufig, und bei fortgeschrittenen Stadien sinkt die Prognose dramatisch. Die neue Plattform basiert auf Gold-Nanorods, die mit einer Eisen-Kobalt-Schale ummantelt und stark mit einem Farbstoff beladen sind. Nach systemischer Injektion reichern sich die Nanopartikel gezielt im Tumorgewebe an (passives… 

Vitamin B3 zeigt vielversprechende Wirkung bei Glioblastom

Forscher der University of Calgary haben in einer Phase-I/II-Studie untersucht, ob hochdosierte, kontrolliert freisetzende Niacin (Vitamin B3) als Zusatz zur Standardtherapie das Überleben bei neu diagnostiziertem Glioblastom verbessern kann. Die aggressive Hirntumorerkrankung hat trotz Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie eine sehr schlechte Prognose; eine signifikante Verlängerung des Überlebens ist seit 20 Jahren nicht gelungen. Die Studie, geleitet von der Onkologin Dr. Gloria Roldan Urgoiti und dem Neuroforscher Dr. Wee Yong (beide Hotchkiss Brain Institute und Arnie Charbonneau Cancer Institute), basiert auf Vorarbeiten im Mausmodell: Niacin reaktiviert unterdrückte Immunzellen im Gehirn, sodass diese Tumorzellen effektiver angreifen können. Glioblastom unterdrückt das Immunsystem stark – Niacin hilft, diesen Schutzmechanismus zu durchbrechen und die „Schlacht um das Gehirn“ zugunsten des Immunsystems zu wenden. Die klinische Studie prüfte zunächst die maximale verträgliche Dosis und dann den potenziellen Nutzen von Niacin zusätzlich zur Standardbehandlung. Als Abbruchkriterium galt… 

Chronischer Alkoholkonsum verändert Genexpression im Gehirn und erhöht Rückfallrisiko

Langjähriger Alkoholkonsum führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der Genexpression des Endocannabinoid-Systems in zentralen Hirnregionen, die für Belohnung, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung entscheidend sind. Dies zeigt eine Post-mortem-Studie an menschlichem Hirngewebe, die von Forschenden des Instituts für Neurowissenschaften (gemeinsame Einrichtung der Universidad Miguel Hernández de Elche und des CSIC) geleitet wurde. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Addiction. Alkoholabhängigkeit zählt weltweit zu den Hauptursachen für Krankheit und Tod, doch die Behandlungsmöglichkeiten bleiben begrenzt. „Um wirksamere Therapien zu entwickeln, müssen wir verstehen, welche Veränderungen jahrzehntelanger Alkoholkonsum im Gehirn verursacht“, erklärt Prof. Jorge Manzanares, Seniorautor der Studie. Die Forscher untersuchten Hirngewebe von Personen mit chronischer Alkoholabhängigkeit (durchschnittlich 35 Jahre Konsum) und verglichen es mit Kontrollproben. Im Fokus stand das Endocannabinoid-System, das Belohnung, Motivation, Stimmung, Gedächtnis und Stress reguliert. Es umfasst Rezeptoren (CB1, CB2), endogene Liganden und abbauende Enzyme wie FAAH und MGLL. Die Analyse… 

Beta-Arrestin 1 schützt vor Gefäßverengung

Forschende der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Bonn haben einen bisher unbekannten Mechanismus bei der Entstehung der pulmonalen Hypertonie identifiziert. Das seltene, aber hochgefährliche Krankheitsbild führt unbehandelt meist innerhalb von zwei Jahren zum Tod. Die Studie zeigt, dass das Protein Beta-Arrestin 1 eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Gefäßdurchmessers in der Lunge spielt. Die Ergebnisse erschienen am 9. Februar 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Pulmonale Hypertonie entsteht vor allem durch eine Verengung der Lungenarterien, die den Blutfluss behindert und den Druck stark ansteigen lässt. Die akute Gefäßentspannung erfolgt normalerweise so: Endothelzellen geben Stickstoffmonoxid (NO) ab, das in die umliegenden glatten Muskelzellen diffundiert und dort die lösliche Guanylatcyclase (sGC) aktiviert. Dies führt zur Bildung von cGMP, das die Muskelzellen entspannt, indem es die intrazelluläre Kalziumkonzentration senkt. „Auf den ersten Blick hat Beta-Arrestin nichts mit… 

Geschlechterlücke in Europas Ernährungswissenschaft hält an – HOLiFOOD-Daten zeigen anhaltende Ungleichheit

Zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar 2026 macht das EU-finanzierte HOLiFOOD-Projekt auf anhaltende Geschlechterungleichheiten in der Ernährungssystemforschung aufmerksam. Eine geschlechtsspezifische Erhebung und Bestandsaufnahme Ende 2023 im Projektkonsortium bestätigt ein bekanntes Muster: Frauen sind in frühen Karrierestadien stark vertreten, ihre Präsenz nimmt jedoch auf höheren und entscheidenden Ebenen deutlich ab. Im HOLiFOOD-Konsortium mit 110 Mitgliedern herrscht insgesamt nahezu Geschlechterparität (47,3 % Frauen, 52,7 % Männer). Bei wissenschaftlichen Rollen zeigt sich jedoch ein klares Gefälle nach Karrierestufe: Dieses Muster entspricht der Situation in der europäischen Forschung insgesamt: Hoher Frauenanteil in frühen Phasen, gefolgt von einem starken Rückgang auf Senior- und Führungsebenen. Die HOLiFOOD-Daten liefern konkrete Evidenz aus dem Bereich der Ernährungssystemforschung und unterstützen evidenzbasierte Maßnahmen für mehr Inklusion. Das Projekt integriert die Geschlechterdimension systematisch in Governance und Forschungsaktivitäten – in Übereinstimmung mit den Anforderungen von… 

Jugendliche mit juveniler Fibromyalgie zeigen erhöhte Empfindlichkeit gegenüber nicht-schmerzhaften Reizen

Kinder und Jugendliche mit juveniler Fibromyalgie reagieren deutlich stärker auf alltägliche nicht-schmerzhafte sensorische Reize wie laute Geräusche, helles Licht oder Berührungen. Diese sensorische Hypersensitivität hängt eng mit dem Schweregrad der Erkrankung und der Hirnaktivität der Betroffenen zusammen. Das zeigt eine Studie eines Forschungsteams der Medizinischen Fakultät und des Instituts für Neurowissenschaften (UBneuro) der Universität Barcelona. Die Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Pain, liefern neue Einblicke in die zentralnervösen Mechanismen der juvenilen Fibromyalgie – einer chronischen Schmerzstörung, die 2 bis 6 Prozent der Kinder und Jugendlichen betrifft und vor allem Mädchen trifft. Die Symptome können bis ins Erwachsenenalter anhalten und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Forscher kombinierten detaillierte Verhaltensuntersuchungen mit funktioneller Bildgebung des Gehirns. Dabei stellten sie fest, dass Jugendliche mit juveniler Fibromyalgie eine signifikant höhere Empfindlichkeit gegenüber visuellen, auditiven und taktilen Reizen zeigen sowie stärkere Unbehagen bei multisensorischer Stimulation. Hörstörungen… 

Kontrollierter oxidativer Impuls fördert Hirnreparatur bei Fruchtfliegen

Ein gezielter, kurzer Schub oxidativen Stresses direkt nach einer Hirnverletzung kann die Regeneration unterstützen. Dies zeigt eine neue Studie der Champalimaud Foundation in Lissabon, die am 10. Februar 2026 in der Fachzeitschrift EMBO Reports veröffentlicht wurde. Oxidativer Stress gilt in der Regel als schädlich und wird mit Alterung sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht. Die Forscher um Christa Rhiner vom Labor für Stammzellen und Regeneration fanden jedoch bei adulten Fruchtfliegen (Drosophila) einen positiven Effekt: Nach einer kleinen Verletzung im Gehirn setzen Gliazellen – eine Art Stütz- und Hilfszellen – rasch einen kontrollierten Puls reaktiver Sauerstoffspezies frei, darunter Wasserstoffperoxid. Dieser „oxidative Funke“ aktiviert gleichzeitig antioxidative Schutzmechanismen in den Gliazellen und dient als Signal, das ruhende Zellen weckt. Dadurch werden sie zur Teilung angeregt und ersetzen verlorenes Gewebe. Die Quelle des Wasserstoffperoxids ist das Enzym Dual Oxidase (Duox) in den… 

Urlaub trotz Demenz: Tipps und Hilfen für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz stehen vor der Herausforderung, eine Auszeit zu nehmen, ohne die Betreuung des Erkrankten zu vernachlässigen. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) gibt praktische Hinweise, wie eine Erholungsphase ermöglicht werden kann – entweder allein oder gemeinsam mit dem erkrankten Menschen. Auszeit allein als Pflegeperson Pflegende können die Betreuung vorübergehend abgeben und dabei Leistungen der Pflegeversicherung nutzen. Möglich sind Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung oder Verhinderungspflege zu Hause. Bei der Kurzzeitpflege wird der pflegebedürftige Mensch für bis zu acht Wochen in einer Pflegeeinrichtung versorgt. Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Kosten. Wegen oft knapper Plätze sollte frühzeitig gebucht werden. Bei der Verhinderungspflege bleibt die erkrankte Person in der vertrauten Umgebung und wird stunden- oder tageweise von Angehörigen, Bekannten oder professionellen Kräften betreut. Beide Leistungen – Kurzzeit- und Verhinderungspflege – stehen zusammen mit einem jährlichen Budget von… 

Durchbruch bei der Entdeckung eines Zika-Virus-Inhibitors

IRBM S.p.A., ein führendes Unternehmen in der frühen Arzneimittelforschung mit Sitz in Rom, hat einen bedeutenden Fortschritt in der Bekämpfung des Zika-Virus (ZIKV) bekannt gegeben. Wissenschaftler identifizierten einen neuartigen, hochpotenten allosterischen Inhibitor, der gezielt die NS2B-NS3-Protease des Virus hemmt. Die Ergebnisse wurden am 10. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht (DOI: 10.1038/s41467-026-68943-x). Das durch Mücken übertragene Zika-Virus kann schwere neurologische Komplikationen verursachen, insbesondere Mikrozephalie bei Neugeborenen von infizierten Schwangeren. Derzeit stehen weder zugelassene antivirale Therapien noch Impfstoffe zur Verfügung, weshalb neuer Behandlungsbedarf besteht. Der entdeckte Inhibitor bindet an eine bisher uncharakterisierte allosterische Stelle der NS2B-NS3-Protease, einem zentralen Enzym für die virale Replikation. In biochemischen und zellbasierten Tests hemmte er die Proteaseaktivität wirksam. In präklinischen Tiermodellen zeigte das Molekül eine signifikante antivirale Wirkung sowie ein günstiges Sicherheits- und Pharmakokinetikprofil. Der Wirkmechanismus könnte sich auf andere Flaviviren wie Dengue-, Gelbfieber-… 

Studie: Ernährungsrisiken bei längerem Gebrauch von Omeprazol

Eine in Brasilien von Forschern der Bundesuniversität von São Paulo (UNIFESP) und der Medizinischen Fakultät ABC (FMABC) durchgeführte Studie warnt davor, dass die Langzeitanwendung von Protonenpumpenhemmern (PPI) die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen kann. PPI sind eine Medikamentengruppe, zu der beispielsweise Omeprazol, Pantoprazol und Esomeprazol gehören. Sie werden zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. Eine unsachgemäße und längere Anwendung als von Ärzten empfohlen kann zu Nährstoffmängeln wie Anämie führen und die Knochengesundheit beeinträchtigen. Die Ergebnisse wurden   in der Fachzeitschrift  ACS Omega veröffentlicht . Die von FAPESP geförderte Studie untersuchte die Auswirkungen der kontinuierlichen Einnahme dieses Medikaments auf die Aufnahme essenzieller Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Zink, Magnesium, Kupfer und Kalium bei Ratten. Bei den mit dem Medikament behandelten Tieren zeigten sich Veränderungen in der Verteilung dieser Nährstoffe im Körper. Die Forscher beobachteten, dass das Medikament die Mineralstoffverteilung im Körper verändert und zu einer Anreicherung im Magen sowie zu Ungleichgewichten in…