Neuer Sprachbiomarker könnte klinische Studien bei Schizophrenie erheblich verbessern
Baton Rouge. Forscher haben einen vielversprechenden Sprachbiomarker identifiziert, der die Effizienz klinischer Studien bei Schizophrenie steigern könnte. Durch Messung der Sprechlatenz – der Zeit zwischen Frage und Antwort in standardisierten Interviews – lassen sich Teilnehmer mit hoher Placebo-Reaktion erkennen und ausschließen. Dadurch verbessern sich die statistischen Ergebnisse dramatisch. In einer Phase-3-Studie mit dem Antipsychotikum Brilaroxazin (RP5063) wurde die Sprechlatenz aus Screening-Interviews von 406 Patienten aus drei Ländern und acht Sprachen analysiert. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Biological Psychiatry, zeigen: Nach Ausschluss der Patienten mit kurzer Sprechlatenz (hohe Placebo-Wahrscheinlichkeit) stieg der Behandlungs-Placebo-Unterschied um das Zwei- bis Dreifache. Die Sprechlatenz ist ein objektives Maß für verbale Reaktionszeit, das kognitive, soziale und motivationale Faktoren widerspiegelt. Längere Pausen deuten auf Störungen neuronaler Schaltkreise hin, die für die Umsetzung von Gedanken in Sprache zuständig sind. Der Biomarker ist einfach aus Audioaufnahmen psychiatrischer Interviews zu extrahieren und…

