Bund fördert Schließung des Gender Data Gap in der klinischen Forschung

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat eine neue Förderrichtlinie zur Reduzierung des Gender Data Gap in der klinischen Forschung veröffentlicht. Ziel ist es, evidenzbasierte Erkenntnisse über geschlechtersensible Therapien zu erweitern und Lücken in der medizinischen Versorgung, die vor allem Frauen benachteiligen, gezielt zu schließen.

Trotz bekannter physiologischer Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern werden in klinischen Studien weiterhin überwiegend Männer eingeschlossen oder Frauen sowie nichtbinäre Personen systematisch ausgeschlossen. Dies führt dazu, dass Diagnostik und Therapie oft nicht ausreichend an die Bedürfnisse aller Geschlechter angepasst sind.

Die Fördermaßnahme umfasst vier Module:

  • Systematische Übersichtsarbeiten zur geschlechtersensiblen Therapie
  • Post-hoc-Analysen bestehender Studien- und Registerdaten
  • Priority-Setting-Partnerships zur Identifikation der dringlichsten Forschungsfragen gemeinsam mit Patienten und Stakeholdern
  • Summer Schools zur Sensibilisierung und Weiterbildung von Nachwuchswissenschaftlern in der geschlechtersensiblen klinischen Forschung

Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser sowie – bei Modul 3 – auch Patientenorganisationen und zivilgesellschaftliche Einrichtungen. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss, in der Regel bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Anträge können bis zum 10. März 2026 beim Projektträger DLR eingereicht werden. Die Richtlinie steht im Einklang mit dem Rahmenprogramm Gesundheitsforschung und soll langfristig zu einer geschlechtergerechteren medizinischen Versorgung in Deutschland beitragen.

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