Die Forschung macht bedeutende Fortschritte bei der Früherkennung von Demenz durch Blutuntersuchungen. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen:
Beta-Synuclein als vielversprechender Biomarker
Wissenschaftler haben das Protein Beta-Synuclein im Blut als wichtigen Indikator für eine beginnende Alzheimer-Erkrankung identifiziert. Dieses Protein steigt bereits im Frühstadium der Erkrankung an und könnte Nervenschädigungen etwa zehn Jahre vor dem Auftreten erster Symptome anzeigen[1]. Die Methode wurde in Studien mit 374 Patienten getestet und zeigte eine deutliche Korrelation zwischen Beta-Synuclein-Konzentration und strukturellen Veränderungen im Gehirn[2].
MicroRNAs als molekularer Fingerabdruck
Ein deutsch-amerikanisches Forschungsteam entwickelte einen Test basierend auf MicroRNAs im Blut. Etwa 20 spezifische MicroRNAs bilden dabei einen molekularen Fingerabdruck, der mittels künstlicher Intelligenz ausgewertet wird. Diese Methode ermöglicht die Identifikation von Menschen mit Alzheimer-Demenz sowie von Personen mit erhöhtem Demenzrisiko[4].
Protein-Biomarker für Langzeitprognose
Wissenschaftler identifizierten vier entscheidende Proteine im Blut:
– GFAP (zeigt Gehirnentzündungen an)
– NEFL (verbunden mit Nervenfaserschäden)
– GDF15
– LTBP2
Die Kombination dieser Proteinmarker mit klassischen Risikofaktoren ermöglicht eine Vorhersage von Alzheimer und vaskulärer Demenz mit 90-prozentiger Genauigkeit, bis zu 15 Jahre vor der klinischen Diagnose[5].
Vorteile der Bluttests
Die neuen Testmethoden bieten mehrere Vorteile gegenüber herkömmlichen Diagnoseverfahren:
– Minimalinvasiver Eingriff im Vergleich zur Entnahme von Nervenwasser
– Kostengünstiger als bildgebende Verfahren
– Frühere Erkennungsmöglichkeit vor Symptombeginn
– Bessere Unterscheidung zwischen verschiedenen Demenzformen[2]
Diese Entwicklungen könnten die Demenzdiagnostik revolutionieren und den Weg für frühzeitige Behandlungsstrategien ebnen. Allerdings befinden sich viele dieser Tests noch in der Entwicklungsphase und müssen weitere klinische Validierungen durchlaufen, bevor sie in der Routinediagnostik eingesetzt werden können[3].
Quellen:
[1] Demenz: Blutwerte könnten frühzeitig auf Verlust von … https://www.umh.de/news/blutwerte-koennten-auf-verlust-von-nervenverbindungen-hindeuten
[2] Früherkennung von Demenz durch Blutproben https://healthcare-in-europe.com/de/news/frueherkennung-von-demenz-durch-blutproben.html
[3] Demenz: Bluttest könnte Alzheimer Jahre vor Ausbruch erkennen https://www.focus.de/gesundheit/longevity/demenz-frueherkennung-demenz-bluttest-koennte-alzheimer-jahre-vor-ausbruch-erkennen_id_197631870.html
[4] Bluttest auf sogenannte MicroRNAs kann Demenz erkennen – DZNE https://www.dzne.de/aktuelles/pressemitteilungen/presse/bluttest-auf-sogenannte-micrornas-kann-demenz-erkennen/
[5] Demenz: Bluttest erkennt Krankheit bis zu 15 Jahre vor der Diagnose https://www.stern.de/panorama/wissen/demenz–bluttest-erkennt-krankheit-bis-zu-15-jahre-vor-der-diagnose-34461124.html


