US-Forscher haben Blutmarker identifiziert, die eine frühere Erkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs (pankreatisches duktales Adenokarzinom, PDAC) ermöglichen könnten. Ein neu entwickelter kombinierter Bluttest unterscheidet in einer Studie Krebsfälle von Nicht-Krebsfällen mit hoher Genauigkeit – auch in frühen Stadien, in denen die Erkrankung noch operabel und damit deutlich besser behandelbar ist.
PDAC ist eine der tödlichsten Krebsarten: Nur etwa jeder zehnte Betroffene überlebt fünf Jahre nach der Diagnose. Grund ist meist die späte Entdeckung – es gibt bislang keine etablierten Screening-Tests für die Früherkennung. Symptome treten oft erst auf, wenn der Tumor bereits metastasiert hat.
Das Team um Kenneth Zaret von der University of Pennsylvania untersuchte Blutproben von 672 Personen, darunter Patienten mit bestätigtem PDAC, gesunde Kontrollen und Menschen mit nicht-krebsbedingten Bauchspeicheldrüsenerkrankungen wie Pankreatitis. Die Ergebnisse wurden am 17. Februar 2026 im Fachjournal Clinical Cancer Research veröffentlicht.
Neben den bereits bekannten Markern CA19-9 (Kohlenhydrat-Antigen 19-9) und THBS2 (Thrombospondin 2) fanden die Wissenschaftler zwei weitere vielversprechende Proteine: Aminopeptidase N (ANPEP) und polymeren Immunglobulin-Rezeptor (PIGR). Beide waren bei Patienten mit frühem PDAC signifikant erhöht.
Der kombinierte Test (ANPEP + PIGR + CA19-9 + THBS2) erreichte:
- eine Gesamtgenauigkeit von 91,9 % bei der Unterscheidung von PDAC-Fällen (aller Stadien) gegenüber Nicht-Krebsfällen,
- eine Trefferquote von 87,5 % speziell bei frühen Stadien (Stadium I und II).
Der Test differenzierte zudem zuverlässig zwischen Krebs und anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wie Pankreatitis.
„Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht meist erst Symptome, wenn er bereits gestreut hat und eine Operation nicht mehr möglich ist“, sagte Zaret. „Unser Ziel war es, Biomarker im Blut zu finden, die bereits in frühen Stadien auftreten, um die Krankheit früher zu erkennen.“
Die Autoren betonen, dass weitere Validierungsstudien in größeren Kohorten notwendig sind. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könnte der Test künftig für Risikogruppen eingesetzt werden – etwa Menschen mit familiärer Belastung, genetischen Risikofaktoren, bekannten Pankreaszysten oder chronischer Pankreatitis. Er könnte auch helfen, bei auffälligen Befunden gezielte Bildgebung (CT, MRT, Endosonografie) einzuleiten.
Die Studie wurde unter anderem vom National Cancer Institute (NCI), der Lustgarten Foundation und dem Penn Pancreatic Cancer Research Center gefördert.
