Bluttest könnte Brustkrebs-Therapie bei älteren Frauen besser anpassen
Ein Bluttest auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) könnte bei Frauen ab 70 Jahren mit östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs helfen, die Behandlung individueller zu gestalten. Wissenschaftler der University of Pittsburgh und des UPMC Hillman Cancer Center haben in einer Studie gezeigt, dass der Test Hinweise darauf geben kann, ob eine alleinige hormonblockierende Therapie ausreicht oder ob Operation und Strahlentherapie notwendig sind.
Patientinnen mit negativem ctDNA-Befund – entweder vor oder während der Hormontherapie – zeigten häufiger stabile Tumore oder sogar Schrumpfung. Bei ihnen könnten invasive Maßnahmen wie Operation oder Bestrahlung mit ihren typischen Nebenwirkungen möglicherweise verzichtbar sein. Dagegen wuchsen Tumore bei Patientinnen mit anhaltend positivem ctDNA-Befund trotz Hormontherapie weiter, sodass zusätzliche Eingriffe notwendig sein könnten.
Die Studie war dezentral angelegt: Blutproben wurden vielfach zu Hause entnommen, um die Belastung für ältere Patientinnen zu verringern. Über 80 Prozent der Teilnehmerinnen gaben an, dass der Test sie bei der Therapieentscheidung besser informiert habe. Auch pflegende Angehörige wurden einbezogen.
Die Autoren betonen, dass es sich um eine kleine Studie mit weniger als 50 Patientinnen handelt. Die Ergebnisse seien noch nicht reif für den Routineeinsatz. Größere Folgestudien seien erforderlich.
Die Untersuchung wurde heute im Fachjournal Clinical Cancer Research veröffentlicht (DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-25-4079).
Die Informationen stammen aus einer Mitteilung der University of Pittsburgh vom 19. März 2026.
