Bildschirme in Schulen sind kein Lernhindernis, sondern können gezielt eingesetzt das Lernen fördern, betonen Forscher der Universität Agder im neuen Sammelband „Logg på!“. Das Werk mit Beiträgen von 77 Experten fordert eine nuancierte Diskussion über digitale Technologien im Bildungswesen, weg von der pauschalen Darstellung als Bedrohung.
Eine Pilotstudie von Lenka Garshol und Susan Erdmann zeigt, dass Bildschirme im Englischunterricht oft administrative Aufgaben rationalisieren, ähnlich wie traditionelle Papierübungen. Ungeeignete Nutzung ähnelte jedoch veralteten Lehrmethoden, nicht exzessivem Scrollen. Lehrer betonten den Nutzen digitaler Werkzeuge, insbesondere für Schüler mit Lese- und Schreibschwierigkeiten. Kjerstin Breistein Danielsen vom Teaching Lab der Universität plädiert für einen Fokus auf gutes Lernen statt polarisierender Pro- oder Contra-Debatten, um die digitale Kompetenz der Schüler zu stärken.
Line Reichelt Føreland hebt das Potenzial von Videospielen wie Minecraft hervor, die im Unterricht über samische Kultur Inklusion fördern und zurückgezogenen Schülern eine Bühne bieten. Sie betont, dass Spiele pädagogischen Wert haben müssen, um Lernen zu unterstützen, und nicht mit Freizeitaktivitäten gleichzusetzen sind.
Herausforderungen wie Datenschutz und manipulatives Design digitaler Tools bleiben bestehen. Niamh Ní Bhroin kritisiert, dass einige Apps Schülerdaten sammeln und verhaltensbasierte Werbung anzeigen. Ein norwegischer Gesetzesvorschlag zur Umsetzung der EU-Verordnung über digitale Dienste, die solches verbietet, wird für 2025 erwartet. Ní Bhroin fordert stärkere Kontrolle der Tool-Hersteller und Zusammenarbeit mit Behörden, um Privatsphäre und Chancengleichheit zu sichern.
Die Universität Agder betont die Notwendigkeit, Lehrer und Lehramtsstudenten in digitaler Kompetenz zu schulen, um ein Gleichgewicht zwischen analogen und digitalen Methoden zu finden, das Schüler optimal fördert.
Original Paper:
Norske elever fortjener et mer omfattende samarbeid om digitalisering – Logg på!
