Die Bevölkerung von England und Wales ist laut dem Office for National Statistics (ONS) bis Mitte 2024 auf rund 61,8 Millionen Menschen gestiegen, ein Plus von 706.900 Personen oder 1,2 Prozent gegenüber Mitte 2023. Dies markiert den zweitgrößten jährlichen Anstieg in über 75 Jahren, wie das ONS am 30. Juli 2025 meldete.
Migration als Hauptfaktor
Internationale Migration bleibt der Haupttreiber des Wachstums. Im Jahr bis Mitte 2024 wanderten 1.142.300 Menschen ein, während 452.200 auswanderten, was eine Nettoeinwanderung von 690.100 ergibt. Zwar sank die Nettoeinwanderung leicht, bleibt aber historisch hoch. Weniger Nicht-EU-Bürger kamen mit Arbeits- oder Studienvisa, während mehr Personen mit Studienvisa ausreisten. Die Binnenwanderung verzeichnete einen Nettoabfluss von 13.600 Personen in andere Teile des Vereinigten Königreichs.
Geburten und Todesfälle
Die natürliche Bevölkerungsveränderung war gering: 596.000 Geburten (minus 2.400 gegenüber 2023, niedrigster Stand seit 2002) und 566.000 Todesfälle (minus 32.000, niedrigster Stand seit 2019) führten zu einem Zuwachs von 30.000 Personen.
Geschlechter und Altersstruktur
Von den 61,8 Millionen Einwohnern waren 31,5 Millionen Frauen und 30,3 Millionen Männer. Männer wuchsen etwas schneller (1,2 % vs. 1,1 %), bedingt durch höhere Nettoeinwanderung und mehr männliche Geburten. Das Medianalter liegt bei 40,2 Jahren in England und 42,8 Jahren in Wales. Die Über-65-Jährigen wuchsen in England um 1,8 % und in Wales um 1,5 %, während die unter 16-Jährigen in Wales um 0,7 % sanken, in England aber um 0,6 % stiegen.
Regionale Unterschiede
England verzeichnete ein Wachstum von 1,2 %, Wales von 0,6 %. In England wuchs der Nordwesten am stärksten, London und der Südwesten am schwächsten. 96 % der lokalen Behörden (306 von 318) wuchsen, mit Spitzenwerten in der City of London (11,1 %), Oadby and Wigston (3,1 %) und Preston (2,9 %). Rückgänge gab es in den Isles of Scilly (-2,8 %) und Kensington and Chelsea (-1,4 %).
Datenrevisionen
Die Schätzungen für 2022 (60,3 Millionen) und 2023 (61,1 Millionen) wurden nach oben korrigiert, basierend auf neuen Migrationsdaten. Für 2023 war die Revision in Slough (plus 2,0 %) am höchsten, in Camden am niedrigsten (-1,7 %). Neue administrative Bevölkerungsschätzungen (ABPEs) liegen bei 61,7 Millionen, 0,1 % unter den offiziellen Schätzungen, mit größeren Abweichungen in studentischen Städten wie Cardiff oder Exeter.
Bedeutung
Das durch Migration getriebene Wachstum stellt die Politik vor Herausforderungen, insbesondere bei Infrastruktur und Rentensystemen. Das ONS plant, ABPEs ab 2026 als offizielle Schätzungen einzuführen.
