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Berlin: Labormedizin warnt vor wachsender Abhängigkeit von China-Importen

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) schlägt Alarm: Die geplante neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) droht die Labormedizin in eine noch stärkere Abhängigkeit von günstigen Importen aus China zu treiben. DGKL-Vorstand Jan Wolter rechnet mit Vergütungseinbußen im stationären und im ambulanten Bereich.

Viele Laborleistungen würden dadurch unwirtschaftlich. Um Kosten zu senken, greifen Labore zunehmend auf Reagenzien, Verbrauchsmaterialien und Geräte aus China zurück. Dies erhöhe die Verwundbarkeit gegenüber Lieferkettenstörungen, Qualitätsrisiken und geopolitischen Spannungen. Die Labormedizin sei jedoch kritische Infrastruktur – eine einseitige Abhängigkeit gefährde langfristig die Versorgungssicherheit in Deutschland.

Mit nur rund 1.200 Labormedizinern unter insgesamt 437.000 berufstätigen Ärzten finde das Fach politisch zu wenig Gehör. Wolter forderte eine strategische Stärkung heimischer Produktion und einen grundlegenden Neustart der Gesundheitspolitik, um die Abhängigkeit zu reduzieren. Andernfalls drohten Subventionierung aus anderen Bereichen, Einbußen bei Forschung und Lehre sowie eine sinkende Attraktivität des Fachs für den Nachwuchs.

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