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Bausch Health: Phase-3-Studien zu Rifaximin-SSD bei Leberzirrhose enttäuschen

Der kanadische Pharmakonzern Bausch Health Companies Inc. hat die Ergebnisse seines globalen Phase-3-Programms RED-C bekannt gegeben. Die beiden Studien untersuchten eine amorphe feste Lösung (Solid Soluble Dispersion, SSD) des Antibiotikums Rifaximin zur primären Prävention der hepatischen Enzephalopathie (HE) bei erwachsenen Patienten mit Leberzirrhose. Obwohl das Präparat sicher und gut verträglich war, erreichten beide Studien das primäre Wirksamkeitsziel nicht.

Das RED-C-Programm umfasste zwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-3-Studien mit insgesamt mehr als 1.000 Patienten an 398 Studienzentren in 17 Ländern. Ziel war es, den Zeitpunkt des ersten Auftretens einer hepatischen Enzephalopathie bei Patienten mit Leberzirrhose ohne vorherige HE-Episoden zu verzögern. Derzeit gibt es keine zugelassene Therapie zur primären Prävention dieser Komplikation.

Leberzirrhose stellt in den USA eine der Hauptursachen für terminale Lebererkrankungen dar und rangiert unter den zehn häufigsten Todesursachen. Die Erkrankung schreitet häufig durch Komplikationen wie hepatische Enzephalopathie, Gelbsucht, klinisch relevante Aszites oder Ösophagusvarizenblutungen voran. Die hepatische Enzephalopathie ist eine ernste neurologische Komplikation, die durch eine gestörte Entgiftungsfunktion der Leber entsteht.

Thomas J. Appio, Chief Executive Officer von Bausch Health, äußerte Enttäuschung über die Ergebnisse und betonte die anhaltende Notwendigkeit neuer Behandlungsoptionen für diese Patientengruppe. Das Unternehmen prüft derzeit die vollständigen Datensätze, um mögliche neue Entwicklungsansätze zu identifizieren. Gleichzeitig dankte er den teilnehmenden Patienten, Angehörigen, Prüfärzten und Forschungsteams für ihre Mitwirkung.

Bausch Health unterstrich seine fortbestehende Verpflichtung, innovative Therapien in den Bereichen Hepatologie, Gastroenterologie und weiteren Fachgebieten zu entwickeln. Das Unternehmen ist global tätig und deckt über seine Tochtergesellschaft Bausch + Lomb auch Bereiche wie Augenheilkunde, Dermatologie, Neurowissenschaften und Ästhetik ab.

Die Studienergebnisse stellen einen Rückschlag für die geplante Erweiterung des Rifaximin-Portfolios dar. Rifaximin ist bereits in anderen Indikationen (z. B. zur Behandlung wiederkehrender hepatischer Enzephalopathie und bei Reizdarmsyndrom mit Durchfall) zugelassen und etabliert.

Bausch Health wird die Daten weiter analysieren und über mögliche nächste Schritte informieren. Die Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse in Fachzeitschriften wird erwartet.

(Quelle: Pressemitteilung von Bausch Health Companies Inc., 23. Januar 2026)