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Autismus: Epigenetische Studie identifiziert RABGGTB als neues Kandidatengen

In einer kürzlich durchgeführten explorativen Studie führte ein japanisches Forschungsteam unter der Leitung von Professor Hideo Matsuzaki vom Forschungszentrum für kindliche geistige Entwicklung der Universität Fukui und Dr. Keiko Iwata von der Fakultät für Pharmazeutische Wissenschaften der Medizinischen Universität Wakayama epigenetische Profile an postmortalen Gehirnproben von Personen mit und ohne ASS durch, um tiefere Einblicke in diese Frage zu gewinnen. Die Ergebnisse der Studie wurden am 24. April 2025 in „Psychiatry and Clinical Neurosciences“ veröffentlicht.

Epigenetisches Profiling ist ein Verfahren zur Analyse chemischer DNA-Modifikationen, die die Genregulation beeinflussen. DNA-Stränge können mit chemischen Markern (wie Methylgruppen) versehen werden. Diese Markierungen verändern zwar nicht den genetischen Code, steuern aber die Genexpression. Mit Werkzeugen wie dem Infinium HumanMethylation450 BeadChip (Illumina) zur DNA-Methylierungsprofilierung und qRT-PCR zur Genexpressionsanalyse führten die Forscher eine genomweite DNA-Methylierungsanalyse mit Fokus auf den DR-Kern durch, der in der Autismusforschung bisher wenig erforscht war. Zusätzlich führten sie eine EM-Amplikon-Sequenzierung durch, um die ortsspezifische Methylierung zu validieren.

Forscher aus Japan haben nun 
bei der DNA-Methylierungskartierung in den dorsalen Raphekernen des Gehirns 
RABGGTB als neues, mit Autismus in Verbindung stehendes Gen identifiziert.

Credits:
Hideo Matsuzaki von der Universität Fukui, Japan. Link zur Bildquelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/pcn.13830

Interessanterweise enthüllten die Ergebnisse dieser Studie umfangreiche DNA-Methylierungsanomalien in den kritischen Genomregionen. Darüber hinaus zeigten Gene wie OR2C3 (Geruchsrezeptorgen) und HTR2C (Serotoninrezeptorgen) in Autismus-Spektrum-Hirnproben eine Hypermethylierung (erhöhte DNA-Methylierungsaktivität). Diese Veränderungen könnten mit den Unterschieden in der sensorischen Verarbeitung und der Serotoninstörung bei Patienten mit Autismus zusammenhängen. Darüber hinaus beobachteten die Forscher eine Hypomethylierung in der Promotorregion von RABGGTB , einem Gen, das mit Autophagie und synaptischer Funktion in Zusammenhang steht, was seiner erhöhten Expression entspricht.

DOI: 10.1111/pcn.13830