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Ausländische Ärzte – zwischen Hoffnung und Ausbeutung

Die Zahl ausländischer Mediziner in Deutschland erreicht neue Höchststände. Ende 2023 arbeiteten knapp 64.000 Ärztinnen und Ärzte ohne deutschen Pass im deutschen Gesundheitssystem – das entspricht etwa 15 Prozent aller berufstätigen Mediziner[1][2]. Die Zahlen haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, vor 30 Jahren waren es lediglich 10.000[1].

Herkunft und Verteilung

Die größte Gruppe stellen Mediziner aus Syrien (6.120), gefolgt von Rumänien (4.668), Österreich (2.993), Griechenland (2.943) und Russland (2.941)[1]. Insgesamt stammen etwa 37.700 der ausländischen Ärzte aus europäischen Staaten, davon 27.800 aus EU-Ländern[2].

Hürden bei der Anerkennung

Der Weg zur vollwertigen Berufsausübung ist für Ärzte aus Drittstaaten besonders steinig. Für die Approbation müssen sie ihre ausländische Berufsqualifikation anerkennen lassen und dabei strenge Auflagen erfüllen[3]. Dazu gehören:

– Nachweis der gesundheitlichen Eignung
– Deutsche Sprachkenntnisse auf B2-Niveau
– Medizinischer Fachsprachtest auf C1-Niveau
– Gleichwertigkeitsprüfung der Ausbildung

Problematische Arbeitsbedingungen

Besonders in kleineren Kliniken mit weniger als 250 Betten ist die Situation prekär. 49 Prozent dieser Häuser haben massive Schwierigkeiten, offene Arztstellen zu besetzen[8]. Dies führt dazu, dass ausländische Ärzte oft unter schwierigen Bedingungen arbeiten müssen, während sie auf ihre volle Anerkennung warten.

Sprachliche Herausforderungen

Ärztevertreter warnen vor zunehmenden Problemen durch mangelnde Sprachkenntnisse. Es kommt zu gefährlichen Missverständnissen, wenn etwa Begriffe wie „Brustschmerz“ und „Bauchschmerz“ verwechselt werden[1]. Der Verband der Krankenhausdirektoren sieht darin ein wachsendes Sicherheitsrisiko für Patienten[8].

Die steigende Zahl ausländischer Ärzte ist für das deutsche Gesundheitssystem unverzichtbar geworden. Allerdings zeigt sich, dass der Weg zur vollständigen Integration in das deutsche Gesundheitssystem noch optimiert werden muss, um sowohl die Arbeitsbedingungen der ausländischen Mediziner als auch die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Quellen:


[1] Zahl der Mediziner aus dem Ausland so hoch wie nie | tagesschau.de https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/aerzte-ausland-100.html
[2] Ausländische Ärzte in Deutschland: Woher kommen sie? – ärztestellen https://aerztestellen.aerzteblatt.de/de/redaktion/deutschland-arbeiten-woher-kommen-auslaendische-aerzte
[3] Approbation Ärztin oder Arzt aus Drittstaaten Erteilung https://verwaltungsportal.hessen.de/leistung?leistung_id=L100001_378822899
[4] Anerkennung von Weiterbildung aus Drittstaaten https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/internationales/aerztliche-taetigkeit-in-deutschland/drittstaaten
[5] Tausendfacher Missbrauch durch Therapeuten in Deutschland https://www.focus.de/panorama/welt/tausendfacher-missbrauch-durch-therapeuten-in-deutschland-ein-experte-klagt-an_id_2348589.html
[6] Mehr ausländische Ärzte in BRD – junge Welt https://www.jungewelt.de/artikel/473741.mehr-ausl%C3%A4ndische-%C3%A4rzte-in-brd.html
[7] Betäubt und vergewaltigt – Chronik eines Klinikskandals – Tagesschau https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/vergewaltigungen-krankenhaus-101.html
[8] Schlechtes Deutsch wird zur Gefahr – Ärzte Zeitung https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Schlechtes-Deutsch-wird-zur-Gefahr-290446.html