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Apothekensterben in Nordrhein: Rückgang bedroht wohnortnahe Versorgung

Düsseldorf, 7. Juli 2025 – Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Nordrhein nimmt weiter ab. Laut der Apothekerkammer Nordrhein waren zum 1. Juli 2025 nur noch 1.915 Apotheken in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln aktiv, 25 weniger als Ende 2024. Im ersten Halbjahr 2025 schlossen 29 Apotheken, während lediglich vier neue eröffnet wurden. Nach einem Rückgang von 61 Apotheken im Jahr 2024 wird die wohnortnahe Arzneimittelversorgung zunehmend gefährdet.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der ABDA vom März 2025 unterstreicht die Bedeutung der Apotheken vor Ort: Fast alle Befragten in Nordrhein halten diese für wichtig oder sehr wichtig für ihre Gesundheitsversorgung. Rund 70 Prozent nutzen sie mindestens monatlich, neun Prozent sogar wöchentlich. Doch der Apothekenrückgang zeigt bereits Auswirkungen: Neun Prozent der Befragten berichten von längeren Wegen zur nächsten Apotheke, zwölf Prozent greifen auf Versandhandel zurück, und sechs Prozent nutzen häufiger Botendienste, da Apotheken schwer erreichbar sind.

Ursachen für die Schließungen sind zu niedrige Honorare, wachsende Bürokratie, Lieferengpässe und Fachkräftemangel. Die Apothekerkammer Nordrhein sieht jedoch Hoffnung im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der Maßnahmen wie die Anhebung des Apothekenfixums, die Abschaffung von Nullretaxationen aus formalen Gründen und die Rücknahme des Skonti-Verbots vorsieht. Diese Schritte könnten Apotheken wirtschaftlich stabilisieren. Die Kammer fordert eine zügige Umsetzung, um weitere Schließungen zu verhindern.

Die Apothekerkammer Nordrhein vertritt über 11.900 Apotheker in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf, die in Apotheken, Krankenhäusern, Wissenschaft, Industrie oder bei der Bundeswehr tätig sind. Sie betont die essenzielle Rolle der Apotheken für eine sichere, wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln, 365 Tage im Jahr.