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AMI warnt vor Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen

Anlässlich der Welt-Antibiotikaresistenzwoche (WAAW) hat Applied Microbiology International (AMI) die globalen politischen Entscheidungsträger dringend aufgefordert, den überarbeiteten Globalen Aktionsplan zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz (GAP-AMR) zu stärken und einen integrativeren, klareren und gerechteren Ansatz zur Bewältigung einer der dringendsten gesundheitlichen Herausforderungen der Welt zu fordern.

Die Fachgesellschaft warnte davor, dass die aktualisierte GAP-AMR über bakterielle und pilzliche Krankheitserreger hinausgehen und alle AMR-verursachenden Organismen, wie etwa parasitäre und virale Krankheitserreger, einschließen müsse.

Im Rahmen ihrer Stellungnahme zur Konsultation der AMR Multi-Stakeholder Partnership Platform (MSPP) brachte AMI 15 Mikrobiologen aus aller Welt – darunter Experten aus Großbritannien, Indien, Nepal, Thailand, den USA, Schweden, dem Libanon und Deutschland – zu einer virtuellen Podiumsdiskussion zusammen. Die Gruppe repräsentierte vielfältige Fachgebiete, von der klinischen und Umweltmikrobiologie über die Bioinformatik bis hin zum Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Antibiotikaresistenz.

Die Konsultation erfolgt im Rahmen der laufenden Überarbeitung des Globalen Aktionsplans zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen (AMR), der als globaler Leitfaden für Länder dient, die ihre nationalen Aktionspläne entwickeln. Anlass für die Überarbeitung waren die Diskussionen auf der hochrangigen Konferenz der UN-Generalversammlung 2024 zum Thema AMR, die das erneuerte internationale Engagement im Kampf gegen AMR unterstrichen.

Ein zentrales Thema des AMI-Beitrags ist der dringende Bedarf an mehr Kapazitäten und Infrastruktur zur Erfassung, Analyse und Speicherung globaler Daten zur Entwicklung von Antibiotikaresistenzen. Die Organisation forderte die Entwicklung zugänglicher, standardisierter Datenbanken für die Nukleotidsequenzierung von Antibiotikaresistenzgenen und -vektoren, um Forschern und politischen Entscheidungsträgern die Identifizierung globaler Trends und ein wirksames Reagieren zu ermöglichen.

AMI empfahl außerdem, die Citizen-Science-Programme auszuweiten, um die Datenerhebung zu unterstützen und gleichzeitig das öffentliche Engagement und das Vertrauen in die Strategien zur Antibiotikaresistenz zu fördern. 

Die Gruppe betonte, dass der aktualisierte GAP-AMR über bakterielle und pilzliche Krankheitserreger hinausgehen und alle AMR-verursachenden Organismen, wie beispielsweise parasitäre und virale Krankheitserreger, umfassen müsse. Obwohl der Plan einen breiten Anwendungsbereich beibehalten sollte, müssen nationale Aktionspläne flexibel genug sein, um sich auf lokal relevante Bedrohungen konzentrieren zu können.


Applied Microbiology International (AMI)  ist die älteste mikrobiologische Gesellschaft im Vereinigten Königreich und mit mehr als der Hälfte ihrer Mitglieder außerhalb des Vereinigten Königreichs ist sie wahrhaft global und betreut Mikrobiologen an Universitäten, in der Privatwirtschaft und in Forschungsinstituten auf der ganzen Welt.