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Afrikanische Labore treiben Polio-Ausrottung voran

Lagos, 4. Juli 2025 – Nationale Überwachungslabore sollen Afrika im finalen Kampf gegen Polio entscheidend unterstützen, betont Chikwe Ihekweazu, scheidender kommissarischer WHO-Regionaldirektor für Afrika, in einem Beitrag für SciDev.Net.

„Mehr denn je muss Afrikas Stimme in der globalen Gesundheit mutig, informiert und zukunftsorientiert sein“, erklärt Ihekweazu. Trotz bedeutender Fortschritte bleibt die Kinderlähmung eine Bedrohung: 2025 wurden in Nigeria, einer zentralen Frontlinie, 32 Fälle in zehn Bundesstaaten gemeldet, vor allem im Norden. Viren aus Nigeria haben zudem Grenzen überschritten und Nachbarländer sowie Teile der EU erreicht. „Solange Polio irgendwo existiert, bleibt es überall eine Bedrohung“, warnt er.

Konflikte, überlastete Gesundheitssysteme und Misstrauen durch Fehlinformationen erschweren den Zugang zu Impfungen. Dennoch sieht Ihekweazu Hoffnung in den „Helden des Alltags“: Impfteams, die unter schwierigsten Bedingungen arbeiten, Gemeindemobilisatoren, die Vertrauen aufbauen, und Regierungsvertreter, die mit Entschlossenheit führen. Neue Pläne der Global Polio Eradication Initiative priorisieren grenzüberschreitende Koordination in Krisengebieten wie dem Tschadsee-Becken und dem Horn von Afrika.

Die Zertifizierung Afrikas als frei von wildem Poliovirus 2020 und der jüngste Erfolg gegen einen Ausbruch in Madagaskar zeigen, was möglich ist. Neue nationale Labore sollen die Überwachung stärken und die Reaktionsfähigkeit auf Gesundheitsbedrohungen verbessern. „Jedes ungeimpfte Kind ist ein Risiko für die Welt“, mahnt Ihekweazu und fordert stärkere Gesundheitssysteme und regionale Solidarität.

Mit Dank an die Tausenden von Helfern übergibt Ihekweazu die Verantwortung: „Der Weg zu einer poliofreien Welt ist klar. Wir müssen ihn gemeinsam gehen.“

Quelle: SciDev.Net, 04.07.2025