Zum Inhalt springen
Home » Ärztekammer Westfalen-Lippe: Zu wenige Medizinstudienplätze verschärfen Ärztemangel

Ärztekammer Westfalen-Lippe: Zu wenige Medizinstudienplätze verschärfen Ärztemangel

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) sieht in der zu geringen Zahl an Medizinstudienplätzen die Hauptursache für den anhaltenden Ärztemangel in Deutschland. Wie Kammerpräsident Hans-Albert Gehle betont, seien seit der Wiedervereinigung rund 6.000 Studienplätze für Humanmedizin weggefallen – von damals 15.000 auf aktuell etwa 10.000. „An Bewerberinnen und Bewerbern mangelt es nicht. Potenzielle Nachwuchskräfte stehen genug in den Startlöchern“, so Gehle. Die ÄKWL fordert daher erneut einen massiven Ausbau der Studienplätze.

Entgegen häufiger Kritik weist die Kammer Vorwürfe zurück, wonach zu strenge Fachsprachen- oder Kenntnisprüfungen den Zugang ausländischer Ärzte erschweren. Termine für Kenntnisprüfungen seien meist innerhalb von sechs Wochen, auf Wunsch sogar innerhalb von drei Wochen möglich. Etwa die Hälfte der Prüflinge bestehe die Kenntnisprüfung im ersten Versuch, für die andere Hälfte seien ein oder zwei weitere Versuche nötig. Insgesamt erzielten 95 Prozent der Ärztinnen und Ärzte mit Abschlüssen aus Drittstaaten den erforderlichen Nachweis.

Die ÄKWL betont, dass langfristig nur ein Ausbau der Studienplätze den Fachkräftemangel lindern könne, da weder die Anerkennung ausländischer Abschlüsse noch andere Maßnahmen den Bedarf decken. Die Kammer kritisiert zudem, dass die Politik das Thema Ärztemangel ignoriere, wie ein Beschluss der Kammerversammlung zeigt.