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Vogelgrippe: H5N1 befällt Robben-Gehirn

Im Rahmen einer Studie dokumentierte ein Team, dem das Washington Department of Fish and Wildlife (WDFW) sowie Forscher der Washington State University angehörten, auch, dass das Vogelgrippevirus H5N1 zum ersten Mal im nordöstlichen Pazifik auf Hafenrobben übertragen wurde.

Die Forscher stellten außerdem 15 tote Hafenrobben in dem Gebiet fest, in dem normalerweise nur ein oder zwei Robben pro Jahr verenden. Anhand von Gewebeproben konnten die WSU-Forscher des Washington Animal Disease Diagnostic Laboratory (WADDL) H5N1 zunächst bei den Vögeln nachweisen, aber die Tests bei den Robben waren schwieriger zu bestätigen.

„Wir neigen dazu, die Vogelgrippe als eine Atemwegserkrankung zu betrachten, aber die Atemwegsproben der Robben waren zunächst negativ für H5N1. Das schien seltsam, weil die Sterblichkeitsrate bei den Robben relativ hoch war und es auch Vögel gab, die zur gleichen Zeit erkrankt waren“, sagte Mitautor Kevin Snekvik, Veterinärpathologe an der WSU und Geschäftsführer des WADDL.

Weitere Tests an anderen Organen zeigten, dass die Vogelgrippe bei den Seehunden eine andere Pathologie auslöste und eine Entzündungsreaktion im Gehirn verursachte. Das Team führte eine Ganzgenomsequenzierung des Virus durch, die bestätigte, dass die Robben das Virus wahrscheinlich von den Seeschwalben übernommen hatten.

Die Vogelgrippe hat in anderen Teilen der Welt, insbesondere in Südamerika, viele Robben und Seelöwen getötet, aber bisher ist diese Ausbreitung im pazifischen Nordwesten noch nicht aufgetreten. Die Folgen für die Seeschwalben in der Region sind jedoch noch schlimmer. In den USA gibt es noch keinen Impfstoff und keine Behandlung für Tiere, die von der Vogelgrippe betroffen sind. Angesichts der raschen Ausbreitung und der Schwierigkeiten beim Einfangen und Hantieren mit Wildtieren ist die Seuche bei Wildtieren nur schwer zu bekämpfen. Daher versuchen die Forscher derzeit, Erkenntnisse über die Ausbreitung der Krankheit in Wildpopulationen zu gewinnen, indem sie die Ausbreitung verfolgen und die Auswirkungen verstehen.

Nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention traten Fälle von Vogelgrippe beim Menschen in Washington und anderswo in den USA vor allem bei Landarbeitern auf, die in engem Kontakt mit infizierten Haustieren standen.

Die Forscher betonten, dass Menschen kranke oder sterbende Wildtiere nicht anfassen und die Tiere stattdessen auf der WDFW-Website melden sollten.

Original Paper:

Frontiers | A comprehensive epidemiological approach documenting an outbreak of H5N1 highly pathogenic avian influenza virus clade 2.3.4.4b among gulls, terns, and harbor seals in the Northeastern Pacific