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Neugeborene erkennen komplexe Klangmuster

Ein Forscherteam, darunter die Psycholinguistin Jutta Müller von der Universität Wien, hat herausgefunden, dass Neugeborene in der Lage sind, komplexe Lautfolgen zu lernen, die sprachähnlichen Regeln folgen. Diese bahnbrechende Studie liefert den lange gesuchten Beweis dafür, dass die Fähigkeit, Abhängigkeiten zwischen nicht benachbarten akustischen Signalen wahrzunehmen, angeboren ist. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Zeitschrift PLOS Biology veröffentlicht.

Obwohl viele frühere Studien nahelegten, dass die Fähigkeit, Muster zwischen nicht benachbarten Geräuschen zu erkennen, angeboren ist, gab es dafür bislang keine eindeutigen Beweise. Das internationale Forscherteam hat diesen Beweis erbracht, indem es die Gehirnaktivität von Neugeborenen und sechs Monate alten Säuglingen beobachtete, während diese komplexe Tonsequenzen hörten. In ihrem Experiment wurden Neugeborene – gerade einmal wenige Tage alt – Sequenzen ausgesetzt, bei denen der erste Ton mit einem nicht benachbarten dritten Ton verbunden war. Nachdem die Babys nur sechs Minuten lang zwei verschiedene Arten von Sequenzen gehört hatten, wurden ihnen neue Sequenzen präsentiert, die demselben Muster, aber einer anderen Tonhöhe folgten. Diese neuen Sequenzen waren entweder richtig oder enthielten einen Fehler im Muster. Mithilfe von Nahinfrarotspektroskopie zur Messung der Gehirnaktivität stellten die Forscher fest, dass die Gehirne der Neugeborenen zwischen den richtigen und den falschen Sequenzen unterscheiden konnten.