Wissenschaftler entdecken komplexes Zusammenspiel zwischen Leber-X- und Schilddrüsenhormonrezeptoren und eröffnen damit neue Therapiemöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen.
In einer umfassenden Übersicht, die in der Oktoberausgabe 2024 von Genomic Psychiatry veröffentlicht wurde , haben Forscher wichtige Erkenntnisse darüber enthüllt, wie zwei Arten von Hormonrezeptoren zusammenwirken, um die Gesundheit des Gehirns zu erhalten und möglicherweise neurodegenerativen Erkrankungen vorzubeugen.
Die von Professor Jan-Åke Gustafsson und Kollegen an der University of Houston und dem Karolinska Institutet geleitete Studie zeigt, dass Leber-X-Rezeptoren (LXRs) und Schilddrüsenhormonrezeptoren (TRs) auf bisher nicht erkannte Weise zusammenarbeiten, um kritische Gehirnfunktionen zu regulieren und vor Neurodegeneration zu schützen.

Credits:
Margaret Warner, Xiaoyu Song und Jan-Åke Gustafsson
„Unsere Analyse zeigt, dass LXRs und TRs keine parallelen Wege darstellen, sondern einen einzigen Weg bilden, über den das endokrine Schilddrüsenhormonsystem die Cholesterinhomöostase reguliert“, erklärt Professor Margaret Warner, eine der Hauptautorinnen der Studie. „Diese Entdeckung könnte unsere Herangehensweise an die Behandlung verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen grundlegend verändern.“
Der Bericht hebt mehrere vielversprechende therapeutische Implikationen hervor:
1. Alzheimer-Krankheit: LXR-Aktivierung könnte helfen, die Bildung von Amyloid-Plaques zu reduzieren und das Gedächtnis zu verbessern
2. Parkinson-Krankheit: LXR-Signalisierung scheint Dopamin produzierende Neuronen zu schützen
3. ALS: LXRs beeinflussen das Überleben und die Funktion von Motoneuronen
4. Multiple Sklerose: Die Rezeptoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Reparatur und Erhaltung des Myelins
„Besonders faszinierend ist die altersabhängige Natur dieser Schutzeffekte“, bemerkt Dr. Xiaoyu Song, Co-Autor der Studie. „Das Verständnis, warum bestimmte Neuronen mit zunehmendem Alter anfällig für Degeneration werden, könnte der Schlüssel zur Entwicklung präventiver Behandlungen sein.“
AOP

