Einer präklinischen Studie von Forschern von Weill Cornell Medicine zufolge lässt sich möglicherweise bald feststellen, welche Patienten mit einer Art von Leberkrebs namens hepatozelluläres Karzinom von einer Immuntherapie profitieren würden.
Die am 17. Oktober in Molecular Cell veröffentlichte Studie liefert neue Erkenntnisse über ein Proteinpaar namens p62 und NBR1 und ihre gegensätzlichen Funktionen bei der Regulierung der Interferonreaktion in hepatischen Sternzellen, einer kritischen Immunkomponente im Kampf der Leber gegen Tumore. Die Studie zeigt, dass hohe Konzentrationen des immunsupprimierenden NBR1 in diesen spezialisierten Zellen Patienten identifizieren können, die wahrscheinlich nicht auf Immuntherapien ansprechen. Sie zeigt auch, dass Strategien zur Senkung von NBR1 dazu beitragen, Tumore in Tiermodellen zu verkleinern, was auf einen potenziellen neuen therapeutischen Ansatz für die Untergruppe der Patienten hindeutet, die nicht auf Immuntherapien ansprechen.
„P62 und NBR1 sind Yin und Yang“, sagte der Co-Leiter der Studie, Dr. Jorge Moscat , Homer T. Hirst III-Professor für Onkologie in der Pathologie und Mitglied des Sandra and Edward Meyer Cancer Center am Weill Cornell Medicine. „Im Gegensatz zu NBR1 ist ein Patient vor Krebs geschützt, wenn der p62-Spiegel in den Lebersternzellen hoch ist, ist er jedoch niedrig, wird das Immunsystem geschwächt. Ist NBR1 hoch, wird das Immunsystem geschwächt, ist NBR1 jedoch niedrig, verstärkt sich die Immunreaktion.“
Bis vor kurzem gab es für Patienten mit Leberzellkarzinom nur wenige Behandlungsmöglichkeiten und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten verlängerten ihr Leben nur um wenige Monate. Die Immuntherapie bietet diesen Patienten eine neue Alternative und kann ihr Leben um bis zu zwei Jahre verlängern.

Credits:
Moscat- und Diaz-Meco-Labore
Die Forscher wollten Biomarker und potenzielle therapeutische Ziele identifizieren, indem sie untersuchten, was bei den Heilungsmechanismen der Leber schiefläuft und zu Krebs führt. Frühere Untersuchungen haben ergeben, dass die Werte des tumorunterdrückenden Proteins p62 bei Patienten, die ein hepatozelluläres Karzinom entwickeln, irreversibel erniedrigt sind. Die neue Studie zeigt, dass p62 normalerweise eine Immunreaktion fördert, indem es ein Protein namens STING aktiviert, das NBR1 aus dem Weg schiebt und eine Immunreaktion auslöst, die Tumorzellen zerstört. NBR1 hingegen fördert den Abbau von STING und blockiert die Immunreaktion. Das Löschen von NBR1 aus Lebersternzellen bei Mäusen mit hepatozellulärem Karzinom rettet die Immunreaktion und lässt Tumore schrumpfen, selbst wenn die p62-Werte niedrig bleiben.

