Zum ersten Mal haben Forscher bestimmte häufige Defekte im Sperma mit dem Risiko von Schwangerschaftskomplikationen und negativen Auswirkungen auf die Gesundheit des Babys in Verbindung gebracht. Die Studie der Universität Lund in Schweden zeigt, dass ein hoher Anteil von Spermien des Vaters mit DNA-Strangbrüchen mit einem doppelt so hohen Risiko für Präeklampsie bei Frauen verbunden ist, die durch IVF schwanger geworden sind. Es erhöht auch das Risiko einer Frühgeburt des Babys.
Die Ergebnisse zeigten, dass bei den 841 Paaren, die sich einer IVF unterzogen, ein DFI von über 20 Prozent das Risiko der Frau, eine Präeklampsie zu entwickeln, verdoppelte (10,5 Prozent) und auch das Risiko einer Frühgeburt erhöhte. In der IVF-Gruppe mit einem DFI unter 20 Prozent bestand ein 4,8-prozentiges Risiko für eine Präeklampsie, was mit Schwangerschaften vergleichbar ist, die auf natürlichem Wege zustande kommen. Bei Paaren, die sich einer ICSI unterzogen, gab es keinen Zusammenhang mit Präeklampsie.
„Heute wird die DFI-Analyse nur in einigen Fruchtbarkeitskliniken in Schweden durchgeführt, aber wir sind der Meinung, dass sie in allen Kliniken als Standard eingeführt werden sollte. Sie kann Paaren Antworten darauf geben, warum sie nicht schwanger werden, und kann die gewählte Methode der assistierten Befruchtung beeinflussen. Darüber hinaus zeigen unsere neuesten Ergebnisse, dass eine DFI-Analyse zur Identifizierung von Risikoschwangerschaften verwendet werden könnte“, sagt Aleksander Giwercman.
Was diesen Befund noch interessanter macht, ist die Tatsache, dass eine hohe DNA-Fragmentierung im Sperma mit dem allgemeinen Gesundheitszustand des Vaters zusammenhängt und möglicherweise behandelbar ist. Die meisten DNA-Schäden werden durch oxidativen Stress verursacht, also ein Ungleichgewicht zwischen schädlichen Molekülen und den Antioxidantien, die die Zellen schützen. Weitere Faktoren, die die DNA-Fragmentierung erhöhen, sind das Alter des Mannes, Rauchen, Fettleibigkeit und Infektionen.
