Blutwerte der Bauchspeicheldrüse können wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand dieses Organs liefern. Zu den relevanten Werten gehören insbesondere die Pankreasenzyme Lipase und Amylase sowie bestimmte Tumormarker.
Die Lipase ist das sensitivste und spezifischste Enzym für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Der Normalwert liegt bei Erwachsenen zwischen 13 und 60 U/l (Units pro Liter)[1]. Eine Erhöhung der Lipase auf das 3-fache des oberen Normwertes gilt als diagnostisches Kriterium für eine akute Pankreatitis. Allerdings können auch andere Erkrankungen wie chronische Pankreatitis oder Niereninsuffizienz zu erhöhten Lipasewerten führen.
Die Amylase hat einen Normalwert von unter 100 U/l im Serum[1]. Erhöhte Amylasewerte können ebenfalls auf eine Pankreatitis hindeuten, sind aber weniger spezifisch als die Lipase. Bei einer chronischen Pankreatitis oder einem fortgeschrittenen Pankreaskarzinom können die Enzymwerte auch im Normbereich oder sogar erniedrigt sein.
Für die Krebsdiagnostik sind vor allem Tumormarker von Bedeutung. Der wichtigste Tumormarker für Bauchspeicheldrüsenkrebs ist das CA 19-9 (Carbohydrate-Antigen 19-9)[4]. Der Normalwert liegt unter 37 U/ml. Erhöhte CA 19-9-Werte können auf ein Pankreaskarzinom hinweisen, kommen aber auch bei anderen Krebsarten und gutartigen Erkrankungen vor. Werte über 100 U/ml gelten als hochverdächtig für ein Pankreaskarzinom, insbesondere in Kombination mit entsprechenden Symptomen und bildgebenden Befunden.
Weitere relevante Tumormarker sind CEA (Carcinoembryonales Antigen) und CA 72-4[4]. Erhöhte Werte dieser Marker können zusätzliche Hinweise auf ein Pankreaskarzinom liefern, sind aber ebenfalls nicht spezifisch.
Es ist wichtig zu betonen, dass Blutwerte allein keine sichere Diagnose erlauben. Erhöhte Tumormarker können auch bei gutartigen Erkrankungen oder anderen Krebsarten auftreten. Umgekehrt schließen normale Werte einen Tumor nicht aus. Die Interpretation der Blutwerte muss immer im Kontext der klinischen Symptome und weiterer Untersuchungsergebnisse erfolgen. Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sind bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT sowie gegebenenfalls eine Gewebeprobe (Biopsie) für eine sichere Diagnose unerlässlich.
Quellen:
[1] Pankreasenzyme: Was Ihre Laborwerte bedeuten – NetDoktor.de https://www.netdoktor.de/laborwerte/pankreasenzyme/
[2] Bauchspeicheldrüsenkrebs » Symptome • Ursachen • Verlauf https://www.pflege.de/krankheiten/krebs/bauchspeicheldruesenkrebs/
[3] Bauchspeicheldrüsenerkrankung… https://www.meoclinic.de/fachgebiete/gastroenterologie/bauchspeicheldruesenerkrankungen/
[4] Bauchspeicheldrüsenkrebs – Diagnose – Deutsche Krebsgesellschaft https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/bauspeicheldruesenkrebs/diagnose.html
[5] Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom): Diagnose und … https://www.pankreaszentrum-moers.de/pa/bauchspeicheldruesenkrebs-pankreaskarzinom-diagnose-und-therapie
[6] Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) – Deutsche Krebshilfe https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/bauchspeicheldruesenkrebs/
[7] Bauchspeicheldrüsenenzyme – was sie bedeuten – NetDoktor.de https://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Laborwerte/Bauchspeicheldruesenenzyme-1314.html

